Linux 7.3 ist da: VRAM-Verwaltung, Scheduler-Feinschliff, Btrfs und SMB
Linux 7.3 ist seit Sonntag, dem 18. Oktober 2026, draußen. Torvalds meldete eine unauffällige letzte Woche. linuxnews.de zählt 18.765 Commits von 3.021 Entwicklern, 807 davon haben zum ersten Mal zum Kernel beigetragen. Das ist ein Beteiligungsrekord, für Admins aber eher Randnotiz. Wichtiger sind vier Änderungen, die Server, GPU-Rechner und Dateiserver betreffen.
Videospeicher mit Schutzstufe
Die größte Neuerung für Grafikkarten baut auf den Device Memory Control Groups (dmemcg) auf. Anwendungen können einen bevorzugten Anteil am Videospeicher bekommen und gelten dann als geschützt. Der Schutz soll verhindern, dass eine geschützte Anwendung bei vollem Videospeicher in den Hauptspeicher ausweichen muss. Wie der Kernel dafür Speicher umverteilt, steht im frei lesbaren Teil des heise-Berichts nicht. Vorher musste eine spät gestartete Anwendung auf einer vollen Karte über die Graphics Translation Table (GTT) in den langsameren Systemspeicher ausweichen.
heise nennt AMD-GPUs und Intel Xe als Nutznießer und beschreibt als Zielgruppe Systeme mit höchstens 8 GByte VRAM. Auf Karten mit viel Speicher wird man davon also wenig merken. Linuxnews.de ordnet die Arbeit zum Teil Valve zu und spricht von Spielen, die mehr Videospeicher brauchen, als die Karte hat. Für NVIDIA wird in beiden Berichten nur der quelloffene Nouveau-Treiber erwähnt (Blackwell, Energieverwaltung, Vulkan Video über NVK).
Das betrifft auch unsere Rechner. Unsere vier RTX 5090 auf 192.168.180.3 laufen mit Kernel 7.0.0-31 und einem gepatchten NVIDIA-Modul für GPU-zu-GPU-P2P. Dort bringt 7.3 für die Speicherverwaltung nichts, und ein Kernelwechsel würde den Patch zurücksetzen, weil DKMS dann wieder das Standardmodul baut. Wer ähnlich arbeitet, plant ein Update also nicht als Routine.
Scheduler: sched_ext mit Subschedulern
Bei sched_ext, dem per eBPF programmierbaren Scheduler, ist die Unterstützung für Subscheduler jetzt vollständig. Mehr stand in den frei lesbaren Teilen der Berichte nicht; Einzelheiten zur Delegation liegen bei heise hinter der Bezahlschranke.
Daneben wurde der Standard-Scheduler EEVDF für Systeme mit vielen Kernen überarbeitet. Laut linuxnews.de sinken Overhead und Latenz, vor allem bei Workstations und Servern. Messwerte nennen beide Quellen nicht. Wer viele Container auf einem großen Host fährt, sollte vor und nach dem Wechsel die eigenen Latenzen vergleichen.
Dateisysteme: Btrfs, NTFS und SMB
Beim Btrfs fliegt die erste Version des Free-Space-Cache raus, die schon lange als veraltet galt. Bestehende Dateisysteme bleiben benutzbar, können aber langsamer werden, solange sie nicht auf die neuere Cache-Version umgestellt sind. Unsere Empfehlung, die über den Bericht hinausgeht: vor dem Kernelwechsel mit findmnt -t btrfs -o TARGET,OPTIONS nachsehen, welche Dateisysteme noch space_cache=v1 verwenden, und die Umstellung zuerst an einem Testsystem üben.
Der NTFS3-Treiber versteht jetzt grundlegend Alternate Data Streams, die Windows nutzt, was den Dateiaustausch erleichtert. Der Kernel-eigene SMB-Server ksmbd bekommt Unterstützung für Apple Time Machine, und SMB3-Verschlüsselung lässt sich für einzelne Freigaben einschalten. Für ein NAS im Büro mit gemischten Clients ist das die Änderung, die man am ehesten bemerkt.
Sicherheit und Hardware in Kürze
AppArmor kann komprimierte Policies laden, Landlock bekommt weitere Optionen zur Prozesseinschränkung. Bei der Hardware kommen Zen-6-Unterstützung, erste Treiberbasis für Apple M3 Pro, Max und Ultra (laut linuxnews.de noch kein fertig nutzbares System) und der neue Steam Controller dazu. Die Xe3P-Grafik der kommenden Nova-Lake-Prozessoren ist standardmäßig aktiv.
Was wir daraus ableiten
Linux 7.3 ist für Produktionsserver kein dringendes Update. Für Betreiber mit Btrfs und ksmbd lohnt der Testlauf zuerst, für Besitzer großer Videospeicher auf NVIDIA gibt es wenig zu gewinnen. Der nächste Kernel, 7.4, soll der letzte des Jahres werden und könnte wegen Torvalds' Urlaub einen ungewöhnlichen Zeitplan haben. Wer ohnehin einen Update-Zyklus plant, kann also mit 7.3 beginnen und 7.4 abwarten.
Weiterführende Quellen
- linuxnews.de: Linux 7.3 veröffentlicht, neue Rekorde bei der Beteiligung: Release, Zahlen, Dateisysteme, Hardware
- heise online: Linux 7.3 verbessert Dateisysteme und Scheduling: dmemcg, sched_ext, Subscheduler
- Simple Icons: linux.svg: Logo (CC0)
Wann ist Linux 7.3 erschienen und wie groß ist die Version?+
Linus Torvalds hat Linux 7.3 am Sonntag, dem 18. Oktober 2026, veröffentlicht. Laut linuxnews.de enthält es 18.765 Commits ohne Merges von 3.021 Entwicklern, 807 davon zum ersten Mal im Kernel. Die Merge-Window für Linux 7.4 läuft bereits; 7.4 soll der letzte Kernel des Jahres werden.
Hilft die neue VRAM-Verwaltung auch auf NVIDIA-Karten?+
Nach den beiden ausgewerteten Berichten nicht. heise nennt als profitierende Treiber AMD-GPUs und Intel Xe. Für NVIDIA nennt linuxnews.de nur Verbesserungen am quelloffenen Nouveau-Treiber (Blackwell, Energieverwaltung, Vulkan Video über NVK).
Was passiert mit bestehenden Btrfs-Dateisystemen?+
Der erste, lange als veraltet markierte Free-Space-Cache wird aus dem Kernel entfernt. Bestehende Dateisysteme bleiben nutzbar, laufen aber laut linuxnews.de eventuell langsamer, bis sie auf die neuere Cache-Version umgestellt sind. Wer Btrfs produktiv betreibt, sollte das vor dem Kernelwechsel an einem Testsystem prüfen.
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