RTX 5090 nicht eingestellt, aber 6.800 bis 9.999 Euro: was das für lokale LLM-Rechner heißt
Am Freitag feierte Nvidia weltweit den Start von RTX Spark, und am Samstag stand in den deutschen Nachrichten vor allem ein anderes Produkt: die RTX 5090. ComputerBase berichtet am 17. Oktober 2026 unter Berufung auf 4Gamers, dass Nvidia Gerüchte über ein Ende der Karte zurückweist. Gleichzeitig ist sie in Deutschland nahezu ausverkauft. Für alle, die einen lokalen LLM-Rechner bauen, ist das die wichtigere Zeile.
Was Nvidia sagt
Jeff Fisher, bei Nvidia für Personal Computing zuständig, sagte laut ComputerBase sinngemäß, die RTX 5090 sei nicht eingestellt und Nvidia werde weiter liefern. Er verwies darauf, dass es andere Varianten des RTX-5090-Chips gibt, die Karte selbst sei nicht eingestellt. Zugleich räumte er ein, die Lieferkette sei tatsächlich etwas knapp. GamePro gibt dieselbe Aussage mit „wichtiges Kernprodukt“ wieder.
Zum Dementi gehört eine Beobachtung. Die Karte verschwand zum Ende der Woche aus Nvidias deutschem Online-Shop und tauchte am Samstag wieder als Eintrag auf den deutschen und US-Seiten auf. Die Founders Edition lässt sich weiterhin nicht bestellen.
Was im Handel passiert
ComputerBase nennt für die letzten lieferbaren Karten 6.800 bis 9.999 Euro. GamePro schreibt von über 6.500 Euro, vereinzelt 8.000 oder 11.000 Euro. Die unverbindliche Preisempfehlung steht unverändert bei 1.999 US-Dollar, in Deutschland 2.099 Euro.
GamePro erzählt dazu eine Geschichte aus Brasilien. Der Distributor Oderço erwartete zwei Paletten Zotac-RTX-5090 für einen Elektronikgroßhändler. Laut Tracking kamen sie am Flughafen Guarulhos bei São Paulo an, danach verliert sich die Spur. Der Einkaufswert liegt nach Angabe des Distributors bei über 440.000 Euro. Es bleibt die Meldung eines Betroffenen, aber sie zeigt, was die Karten gerade wert sind.
Gerüchte, die ComputerBase nennt
- Der Chip GB202 werde nicht mehr an OEMs verkauft und nur noch für die Workstation-Karte RTX Pro 6000 verwendet.
- Eine RTX 5080 mit 24 statt 16 GB könnte das neue Spitzenmodell der GeForce-Reihe werden.
- RTX-5090-Karten würden in KI-Rechenzentren in Asien eingesetzt.
Keiner dieser Punkte ist belegt. Wer eine Kaufentscheidung darauf baut, baut auf Gerüchten.
Unsere Rechnung für lokale LLM-Rechner
Bei uns laufen vier RTX 5090 in einem Host. Die Rechnung gilt für jeden, der gerade kaufen muss. Eine 5090 hat 32 GB Grafikspeicher. Zur UVP von 2.099 Euro sind das rund 66 Euro pro Gigabyte. Zu 6.800 Euro sind es rund 213 Euro, zu 9.999 Euro rund 312 Euro. Gerechnet haben wir selbst, aus den genannten Preisen; eine Marktstatistik ist es nicht.
Für lokale Modelle zählt der Speicher mehr als die Rechenleistung, weil Gewichte und KV-Cache hineinpassen müssen. Ein Aufschlag um den Faktor drei bis fünf verändert deshalb die Frage. Statt „welche Karte“ lautet sie dann „wie viel Modell brauche ich wirklich“. Quantisierte Modelle mit wenigen aktiven Parametern laufen auf kleineren Karten, und bei größerer Stückzahl sind Workstation-Karten eine Alternative. Den Vergleich der RTX Pro 5500 mit der 5090 gibt es in einem eigenen Beitrag.
Zwei Dinge ändert die Nachricht nicht. Eine Karte, die man nicht bekommt, hilft nicht beim Planen, ob Nvidia sie offiziell weiterführt oder nicht. Und ein Dementi zur Produktlinie ist kein Liefertermin: Fisher bestätigt selbst, dass die Lieferkette knapp ist.
Praktisch heißt das für einen Neukauf: Wer nicht in dieser Woche ausfällt, sollte nicht zu 9.999 Euro bestellen, sondern den Bedarf in Gigabyte aufschreiben und prüfen, ob eine kleinere oder anders gebaute Karte reicht. Wer vorhandene Karten betreibt, sollte Ersatzteile und Garantie jetzt zählen, denn ein Ausfall wird gerade teuer.
Weiterführende Quellen
- ComputerBase: Nvidia widerspricht, die GeForce RTX 5090 ist nicht eingestellt (17.10.2026)
- GamePro: RTX 5090, Paletten im Wert von über 440.000 Euro verschwunden (19.10.2026)
- Simple Icons: nvidia.svg (Logo, CC0)
- Aus dem Haus: RTX Pro 5500 gegen RTX 5090
Ist die RTX 5090 eingestellt worden?+
Nach Nvidia nicht. Jeff Fisher, bei Nvidia für Personal Computing zuständig, sagte laut ComputerBase, die Karte sei nicht eingestellt und Nvidia liefere weiter. Er räumte ein, die Lieferkette sei etwas knapp. Das Dementi ist eine Herstellerangabe, unabhängig bestätigt ist nur, dass der Handel kaum noch Karten hat.
Was kostet eine RTX 5090 im Oktober 2026?+
ComputerBase nennt für die letzten lieferbaren Karten in Deutschland 6.800 bis 9.999 Euro, GamePro spricht von über 6.500 Euro und vereinzelt 8.000 bis 11.000 Euro. Die offizielle UVP liegt weiter bei 1.999 US-Dollar beziehungsweise 2.099 Euro.
Lohnt sich jetzt der Kauf für einen lokalen LLM-Server?+
Zu diesen Preisen kostet der Gigabyte Grafikspeicher gut das Dreifache der UVP-Rechnung. Wer nicht sofort ausfällt, wartet besser ab, prüft Workstation-Karten oder plant mit weniger Karten. Das ist unsere Rechnung, keine Marktprognose.
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