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KI-Hardware2026-10-15· Von Franz Senn

Nvidia RTX Spark (N1X) im Test: wie schnell laufen lokale LLMs auf dem Notebook-Chip?

Am 15. Oktober 2026 hat ComputerBase den ersten Test zum RTX Spark veröffentlicht, c't (heise) zog einen Tag später mit Messungen zu lokaler KI nach. Der Chip heißt intern N1X und ist Nvidias erster SoC für Notebooks. Er teilt sich bis zu 128 GB schnellen Speicher zwischen CPU und GPU, und wer lokale Sprachmodelle betreibt, fragt zuerst nach genau diesem Wert.

Nvidia Logo
Alle Zahlen stammen aus den Tests von ComputerBase (15.10.2026) und c't/heise (16.10.2026). Wir haben kein Gerät und messen nichts selbst. (Quelle: Simple Icons, Datei nvidia.svg (CC0))

Was im Gerät steckt

Nach ComputerBase basiert der N1X auf dem GB10 der DGX Spark, lässt das ConnectX-7-Netzwerk weg und bietet unter anderem Speicherstufen mit 24, 32 und 48 GB. Es gibt zwei Varianten:

18 Kerne20 Kerne
CPU9× Cortex-X925 + 9× A72510× X925 + 10× A725
GPU5.120 Shader (40 SM)6.144 Shader (48 SM)
Mini-PCneinja, bis 140 W

Beide haben Blackwell-GPU, LPDDR5X-9400 mit 256 Bit und bis zu 300 GB/s sowie bis zu 128 GB Speicher, davon bis zu 96 GB als Grafikspeicher nutzbar. Die Notebook-Leistung liegt bei 45 bis 80 W. Die NPU mit 55 TOPS ist laut ComputerBase für Copilot+-Funktionen reserviert, Software anderer Anbieter hat keinen Zugriff. c't schreibt, für lokale LLMs spiele die NPU ohnehin keine Rolle, weil die Modelle auf den GPU-Kernen laufen. Das System läuft unter Windows 11 für Arm, es gibt keine x86-CPU.

Messwerte von c't

c't testet das Asus ProArt P14 mit 32 GB gemeinsamem Speicher. Mit llama-bench ohne Zusatzparameter kommt das dichte Modell Qwen 3.8-27B (so schreibt es der Artikel) auf 14,5 Token pro Sekunde, das MoE-Modell Qwen 3.6-35B-A3B auf fast 61.

Token pro Sekunde, llama-bench, Asus ProArt P14Qwen 3.8-27B (dicht)14.5Qwen 3.6-35B-A3B (MoE)61070
Beide Werte ohne Multi-Token Prediction. Laut c't soll MTP mindestens 25 Prozent mehr Tempo bringen, beim Coding mehr. Der MoE-Wert ist im Artikel mit fast 61 angegeben. (Quelle: c't / heise, 16.10.2026)

Die Einordnung aus dem Test: Das dichte Modell läuft schneller als auf Apples M6 und AMDs Strix Halo, aber langsamer als auf dem M5 Pro. Intel Arc Pro B70 (32 GB), RTX 4090 und ein Mac Studio mit M5 Ultra sind deutlich schneller. Bei der Prompt-Verarbeitung liegt das RTX-Spark-Notebook vor Strix Halo, M5 Pro und M6. Eine DGX Spark schafft oft das Doppelte, braucht aber bis zu 216 W, das Notebook im Test etwa 40 W dauerhaft und kurz 60 W. Der Strix-Halo-Vergleichswert stammt von einem Framework Desktop mit 120 W Dauerlast, den der Autor selbst unfair nennt. Das 27B-Modell braucht als IQ4_XS-Quantisierung 14 GB, mit Kontext realistisch unter 20 GB.

Zum Vergleich mit unserem Betrieb: Auf unseren vier RTX 5090 (4 × 32 GB) läuft ein Modell derselben Qwen-Familie unter vLLM. Die Werte lassen sich nicht gegeneinander legen: Dort verteilt sich ein anderes Modell auf vier Karten, hier teilen sich CPU und GPU einen Speicher mit bis zu 300 GB/s. Einen eigenen Messwert für den RTX Spark haben wir nicht.

Linux, Preise und Alltag

Standard-Ubuntu für Arm startet laut c't zunächst ohne Nvidia-, Touchpad- und Tastaturtreiber. Nach eigener Nacharbeit, bei der ein neuer Kernel kompiliert wurde, liefen alle drei. Unter Linux lief laut c't vor allem das MoE-Modell schneller, um 14 beziehungsweise 9 Prozent; welcher Wert zu welchem Modell gehört, geht aus dem Text nicht eindeutig hervor.

Bei den Preisen gehen beide Tests etwas auseinander, weil die Testgeräte verschieden sind. ComputerBase nennt als Einstieg 2.899 Euro für 24 GB und 512 GB SSD, das P14 mit 32 GB kostet 3.299 bis 3.300 Euro, Geräte mit 64 GB ab 4.300 Euro und mit 128 GB ab 6.700 Euro. Das ProArt P16 von ComputerBase kommt mit 64 GB und 1 TB auf 4.299 Euro. Das Vergleichsgerät MacBook Pro mit M5 Pro und 48 GB nennt c't mit 3.550 Euro; an anderer Stelle im selben Test steht "grob 3.800 Euro", die Angaben widersprechen sich.

c't nennt als Preis-Leistungs-Alternative ältere Notebooks mit AMD Strix Halo, die mit 32 GB unter 2.000 Euro kosten. Die Akkulaufzeit beträgt über 19 Stunden Videowiedergabe bei 200 nits, unter Volllast wird das Gerät bis 2,7 Sone laut.

Wer sich das ansehen sollte

Windows auf Arm bleibt Voraussetzung, wer Linux will, kompiliert noch selbst. Für ein Notebook, auf dem 27B-Modelle nebenbei laufen sollen, passt die Speichermenge. Für Dauerbetrieb als Inferenz-Server sind die 14,5 Token pro Sekunde zu langsam, dafür taugen Karten mit eigenem Speicher besser. Das MoE-Modell mit fast 61 Token pro Sekunde zeigt, wohin der Chip passt: Modelle mit wenigen aktiven Parametern, die in den großen gemeinsamen Speicher passen.

Weiterführende Quellen

Fragen?
Was ist der RTX Spark?+

RTX Spark ist der Handelsname für Nvidias SoC N1X, den Nvidia gemeinsam mit MediaTek entwickelt hat. Laut ComputerBase ist es Nvidias erste vollständige Windows-Plattform für Notebooks und Mini-PCs, mit Arm-CPU-Kernen (kein x86) und einer Blackwell-GPU, aufgebaut auf dem GB10 der DGX Spark.

Wie schnell ist der RTX Spark bei lokalen Sprachmodellen?+

c't misst mit llama-bench am Asus ProArt P14 mit 32 GB: 14,5 Token pro Sekunde beim dichten Qwen 3.8-27B und fast 61 beim MoE-Modell Qwen 3.6-35B-A3B, jeweils ohne Multi-Token Prediction. Eine DGX Spark schafft laut c't oft etwa das Doppelte, nimmt aber bis zu 216 W auf.

Läuft der RTX Spark unter Linux?+

Mit Einschränkungen. Laut c't bootet ein Standard-Ubuntu für Arm, zunächst aber ohne Treiber für Nvidia-GPU, Touchpad und Tastatur. Nach eigener Nacharbeit mit neu kompiliertem Kernel liefen alle drei, und laut c't lief vor allem das MoE-Modell unter Linux schneller (14 beziehungsweise 9 Prozent; die Zuordnung der Werte ist im Text nicht eindeutig).