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Security2026-10-13· Von Franz Senn

Patchday Oktober 2026: 1.411 Fixes, drei Zero-Days und KB5127648

Microsoft hat am 13. Oktober 2026 beim Patchday nach Zählung von BleepingComputer 1.411 Sicherheitslücken geschlossen. Die Zahl ist ein Rekord und enthält 348 Lücken nicht, die schon früher im Monat behoben wurden. Darunter sind drei Zero-Days, von denen eine aktiv ausgenutzt wird. Deskmodder beschreibt das zugehörige Windows-11-Update KB5127648.

Wortmarke von Microsoft
In der Liste der kritischen Lücken führt BleepingComputer auch Komponenten außerhalb von Windows auf, etwa Linux-Kernel-, Apache- und Go-Einträge. (Quelle: Datei via Wikimedia Commons)

Die Zahlen

Von den 1.411 Lücken stuft Microsoft 70 als kritisch ein: 57 Remote Code Execution, 11 Rechteausweitung und 2 Spoofing. BleepingComputer gibt die Verteilung nach Kategorien als ungefähr an.

Lücken nach Kategorie (ungefähre Angaben)Rechteausweitung677Remote Code Execution317Informationsoffenlegung254Denial of Service73Sicherheitsfunktions-Bypass40Spoofing280700
Die Kategorien summieren sich auf 1.389, nicht auf 1.411. BleepingComputer nennt die Zahl je Kategorie nur als ungefähr. (Quelle: BleepingComputer, 13. Oktober 2026)

Die drei Zero-Days

CVE-2026-96951 ist ein Sicherheitsfunktions-Bypass in der Windows-Shell und wird aktiv ausgenutzt. Er umgeht Mark of the Web, die Markierung, mit der Windows Dateien aus dem Internet warnend behandelt. Microsoft beschreibt ihn als Command Injection in der Shell und nennt weder Details zur Ausnutzung noch den Melder.

CVE-2026-108398 betrifft das .NET Framework und kann Windows Defender Application Control umgehen, sodass nicht erlaubter Code läuft. Er ist öffentlich bekannt und als wichtig eingestuft, entdeckt hat ihn James Forshaw von Google Project Zero. Nach BleepingComputer braucht der Angriff keine Nutzerinteraktion. CVE-2026-92707 ist ein Denial-of-Service in MessagePack-CSharp, öffentlich bekannt, mittel eingestuft.

Unter den kritischen Einträgen, die BleepingComputer aufführt, sind laut Bericht unter anderem CVE-2026-70229 (Active Directory Domain Services, Remote Code Execution), CVE-2026-96222 und CVE-2026-108131 (AD FS, Spoofing) sowie viele Linux-Kernel-Einträge. Die Liste im Bericht ist abgeschnitten und deshalb nicht vollständig.

KB5127648 für Windows 11

Das Update erschien am 13. Oktober und bringt Windows 11 26H2 auf Build 26300.9711, 25H2 auf 26200.9711. Es enthält die Änderungen des optionalen September-Updates KB5124010. Unter anderem diese Korrekturen führt Deskmodder auf:

  • Windows Explorer: Startfehler und schwarzer Bildschirm in AVD- und FSLogix-Mehrbenutzerumgebungen
  • Always On VPN: Verbindungen, die nach KB5124008 bei „Verbinden" hängen blieben
  • Storage Spaces Direct: Multi-Tier-Datenträger, die nach bestimmten Sicherheitsupdates nicht online kamen
  • Druck: Fehler mit RAW- und „Generic Text Only"-Treibern nach dem August-Update
  • Windows Hello: Fingerabdruck-Anmeldung nach Kaltstart

Für die Zeitumstellung am 1. November 2026 ist die Zeitzone Manitoba (UTC-05:00) hinzugekommen. Der Secure-Boot-Zertifikatsrollout läuft weiter, und für ReFS auf Wechseldatenträgern ist eine Überwachung standardmäßig eingeschaltet, die Durchsetzung ist aus.

Versionswechsel und Support-Ende

Es ist das erste Sicherheitsupdate für 26H2 und das letzte für 24H2 in den Consumer-Editionen Home und Pro. Wer von 24H2 oder 25H2 auf 26H2 wechseln will, nutzt das Aktivierungspaket KB5121794.

Weg zu 26H224H2 / 25H2letzter Patch für 24H2Home/ProKB5121794Aktivierungspaket26H2Build 26300KB5127648Build 26300.9711
Ein EOL-Datum für 25H2 oder 26H2 nennt Deskmodder nicht. (Quelle: Deskmodder, 13. Oktober 2026)

Bekannte Fehler

Zwei bestätigte Probleme nennt Deskmodder: USB-Audiogeräte liefern keinen Ton oder melden Code 10, und Nicht-Administratoren können keine Remotedesktop-Verbindung aufbauen (Fehler 0xC000000D). Für Letzteres können Administratoren laut Deskmodder den Administratorschutz vorübergehend deaktivieren, indem sie die Richtlinie „Benutzerkontensteuerung – Typ des Administratorgenehmigungsmodus“ in Intune oder der Gruppenrichtlinie zurücksetzen. Wer Remotedesktop mit Standardkonten nutzt, testet das Update zuerst in einer kleinen Gruppe.

Aus den Leserkommentaren bei Deskmodder stammen weitere, nicht bestätigte Meldungen: unerwartete Neustarts, Windows Update bei 99 Prozent, ein fehlgeschlagenes .NET-Update KB5127694, Sandbox-Abstürze. Sie sind Einzelfälle und ersetzen keinen Test.

Was jetzt zu tun ist

Die aktiv ausgenutzte Lücke CVE-2026-96951 ist der Grund, das Update nicht lange liegen zu lassen: Sie unterläuft die Warnung bei Dateien aus dem Netz. Unser Vorschlag: erst eine kleine Pilotgruppe, besonders Rechner mit Remotedesktop, USB-Headsets und Druckern, dann die Breite. Systeme mit 24H2 Home oder Pro erhalten danach keine Sicherheitsupdates mehr und brauchen den Wechsel auf 25H2 oder 26H2.

Weiterführende Quellen

Fragen?
Welche Zero-Days sind dabei?+

CVE-2026-96951, ein Sicherheitsfunktions-Bypass in der Windows-Shell (Umgehung von Mark of the Web), wird aktiv ausgenutzt. CVE-2026-108398 (.NET Framework, Umgehung von Windows Defender Application Control) und CVE-2026-92707 (MessagePack-CSharp, Denial of Service) sind öffentlich bekannt, aber laut Bericht nicht als ausgenutzt gemeldet.

Welcher Build gehört zu KB5127648?+

Für Windows 11 26H2 Build 26300.9711, für 25H2 Build 26200.9711. Mit KB5127648 erscheint das erste Sicherheitsupdate für 26H2, für 24H2 ist es in den Consumer-Editionen Home und Pro das letzte. Der Wechsel von 24H2 oder 25H2 zu 26H2 läuft über das Aktivierungspaket KB5121794.

Welche bekannten Fehler gibt es?+

Deskmodder nennt zwei: USB-Audiogeräte ohne Ton oder mit Code 10, und Nicht-Administratoren, die keine Remotedesktop-Verbindung aufbauen können (Fehler 0xC000000D). Für Letzteres kann laut Deskmodder der Administratorschutz vorübergehend deaktiviert werden, indem die Richtlinie „Benutzerkontensteuerung – Typ des Administratorgenehmigungsmodus“ zurückgesetzt wird.