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Mail-Gateway im Eigenbetrieb

Referenzkunde: Logistik- und Handelsgruppe in Tirol · ~100 Mitarbeiter · 4 Standorte

Kundendaten in Texten und Bildern sind neutralisiert.

92.000eingehende Mails in 30 Tagen
11 %davon am Gateway abgelehnt
2Virenscanner, beide müssen sauber melden
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Ausgangslage

Das Mail-Gateway der Gruppe war die Windows-Software eines Herstellers. Wir wollten sehen, was mit jeder Mail passiert, und das Verhalten selbst ändern können.

Seit dem 23. September 2026 läuft das Gateway auf einem eigenen Linux-System, das wir selbst entwickelt haben. Es nimmt die Mails an, prüft sie und gibt nur Geprüftes weiter.

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Das Schwierige daran

Ein Mail-Filter kann auf zwei Arten falsch liegen, und beides kostet Geld. Lässt er Schadsoftware durch, entsteht ein Vorfall. Hält er eine echte Kundenbestellung zurück, entsteht ein Anruf. Das Gateway muss im Zweifel anhalten, aber so, dass ein Mensch die Mail in Minuten freigeben kann und keine verloren geht.

Dazu kommt eine Regel, die wir uns gesetzt haben: Schutzfunktionen und ihre Anzeige laufen in der App selbst. Von außen kommen nur die KI-Bewertung und die DNS-Blocklisten.

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Lösung

Postfix nimmt die Mails an, ein Python-Dienst bewertet sie, eine PostgreSQL-Datenbank hält Regeln, Protokoll und die angehaltenen Mails, eine eigene Oberfläche zeigt alles.

Zwei Virenscanner prüfen jeden Anhang, ClamAV und ESET, und beide müssen sauber melden. Gibt ein Scanner kein Urteil ab, weist das Gateway die Mail mit einem temporären Fehler (451) zurück. Sie kommt später erneut, ungeprüft geht nichts durch.

Verdächtige Mails landen in einem Hold-Speicher, ein Mensch gibt sie frei oder löscht sie. Ein KI-Klassifizierer bewertet mit, entscheidet aber noch nichts: Er läuft im Schattenmodus, bis seine Trefferquote belegt ist.

PostfixPython (pymilter)PostgreSQLClamAVESETCrowdSec
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Wie es gebaut ist

Jede Mail durchläuft eine feste Reihenfolge: Annahme, Greylisting, Virenprüfung, Spam-Bewertung, Regeln. Am Ende steht eine von drei Entscheidungen: zustellen, anhalten oder ablehnen. Jede Entscheidung steht mit ihrem Grund im Nachrichtenprotokoll.

Zip-Dateien bleiben an der Mail, wenn die Absenderregel es erlaubt und das Zip samt jeder enthaltenen Datei bei beiden Scannern sauber ist. Sonst liegt der Anhang im Portal, und die Mail trägt eine Hinweisdatei mit der Queue-ID. Ein Timer meldet jeden entfernten Anhang alle fünf Minuten an die Administratoren.

Jede zugestellte Mail geht zusätzlich als Journal-Kopie in zwei Archive. Stündlich wird das Journal in die ERP-Datenbank gespiegelt.

Die DNS-Blocklisten fragt das Gateway selbst ab und zeigt Größe und Antwortzeit je Liste in der Oberfläche. Eine Liste gilt erst als aktiv, wenn sie in der App eine eigene Probe hat.

Abb. 01Der Weg einer Mail: fünf Schritte, drei mögliche Ausgänge. Darunter die Zahlen der 30 Tage bis 7. Oktober 2026.
Fünf Schritte einer eingehenden Mail mit den Zahlen der letzten 30 Tage

Abb. 01Der Weg einer Mail: fünf Schritte, drei mögliche Ausgänge. Darunter die Zahlen der 30 Tage bis 7. Oktober 2026.

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Im Betrieb

Alle 15 Minuten läuft eine Selbstprüfung. Bei einer neuen Abweichung oder einem kritischen Befund geht eine Mail an die Administratoren.

Updates laufen abends in einem festen Fenster. Vor jedem Einspielen muss der laufende Stand im neuen Zweig enthalten sein, sonst bricht das Skript ab. Nach jedem Neustart der Datenbank lädt Postfix seine Tabellen neu, weil sonst tote Verbindungen bleiben.

Abb. 02Im Zweifel: angehalten, mit temporärem Fehler zurückgewiesen oder der Anhang ins Portal gelegt. Nichts geht ungeprüft durch.
Drei Fälle, in denen das Gateway eine Mail anhält, zurückweist oder auslagert

Abb. 02Im Zweifel: angehalten, mit temporärem Fehler zurückgewiesen oder der Anhang ins Portal gelegt. Nichts geht ungeprüft durch.

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Ergebnis

In den 30 Tagen bis zum 7. Oktober 2026 kamen 91.950 Mails von außen an. Das Gateway hat 10.108 abgelehnt, das sind 11 Prozent. Es hielt 1.267 Mails an, 51 davon wegen Schadsoftware. Ein Mensch gab 87 frei und löschte 1.056.

Gemessen in der Nachrichtendatenbank des Gateways, Stand 7. Oktober 2026.

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Was wir daraus gelernt haben

Der KI-Klassifizierer bleibt im Schattenmodus. Allein auf dem Text erreichte er auf unseren angehaltenen Mails eine Trennschärfe (AUC) von 0,889, das schützt echte Bestellungen nicht sicher genug. Mit Metadaten und einem eigenen Modell auf der CPU liegt sie bei 0,971. Bis zum 18. Oktober 2026 entscheiden wir, ob er scharf geschaltet wird.

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