WLAN-Steckdosen für Home Assistant: Shelly, Tapo oder Tasmota, und was in der Cloud bleibt
Wer in einem Haus mit Home Assistant wissen will, was die Waschmaschine, der Trockner oder der Serverschrank verbrauchen, greift oft zuerst zu einer WLAN-Steckdose mit Messung. Die Auswahl ist groß, und die Unterschiede, auf die es ankommt, stehen nicht auf der Verpackung: ob das Gerät ohne Herstellerkonto funktioniert, wie viel Last es trägt und ob die Einbindung zu Ihrer Home-Assistant-Installation passt. Drei Bauarten sind hier gegen die Dokumentation von Home Assistant und die Herstellerseiten gelesen. Gekauft und nachgemessen ist keine dieser Steckdosen, die Zahlen sind Datenblattwerte.
Was Sie vorher entscheiden
Drei Fragen bestimmen die Auswahl, in dieser Reihenfolge.
Wer nur messen will, braucht keine Schaltlogik, die jemand pflegen muss. Ob ein Gerät überhaupt geschaltet werden soll, entscheidet das Typenschild, nicht der Komfort.
Die drei Bauarten im Vergleich
| Shelly Plug S Gen3 | Tapo P110M | Tasmota-Steckdose (Athom) | |
|---|---|---|---|
| Last laut Angabe | 12 A, 2500 W (Händlerangabe) | 16 A, 3680 W (Hersteller) | 16 A (Anbieter) |
| Einbindung in Home Assistant | lokal, Cloud nicht nötig | lokal, aber TP-Link-Konto nötig | lokal per Tasmota/ESPHome |
| Matter | in der MTR-Variante | ja, zertifiziert | je nach Firmware |
| Messgenauigkeit | nicht gefunden | nicht angegeben | Angaben widersprüchlich |
Zur Zahl beim Shelly: Die 12 A und 2500 W stammen von Händlerseiten, die Seite des Herstellers ließ sich bei uns nicht auslesen. Bei 230 V ergäben 12 A rechnerisch etwa 2760 W, die Angabe 2500 W liegt darunter. Bei der Tapo gibt der Hersteller 16 A und 3680 W an.
Shelly: lokal ohne Cloud
Laut Home Assistant kommuniziert die Shelly-Integration direkt mit dem Gerät, eine Cloud-Verbindung ist nicht nötig. Die Einordnung ist „Local Push": Geräte der Generation 2 und höher melden Änderungen über RPC. Ab der Firmware 2.0.0 gibt es zusätzlich „Enhanced Security" mit HTTPS auf Port 443. Wer von einer älteren Firmware aktualisiert, bekommt zunächst nur HTTP und muss die Option selbst einschalten.
Tapo: lokal verbunden, aber nicht ohne Konto
Die Integration von Home Assistant für TP-Link verbindet sich nach eigener Angabe lokal mit den Geräten, ohne über die TP-Link-Cloud zu gehen. Sie fragt jedoch für Tapo-Geräte nach E-Mail und Passwort des TP-Link-Kontos. Bei manchen Firmwareständen muss in der Tapo-App „Third-Party Compatibility" aktiviert sein, sonst hilft nur ein Werksreset und das Sperren des Internetzugangs. Das ist kein Ausschlussgrund, aber eine Abhängigkeit von einem Herstellerkonto, die es bei Shelly und Tasmota nicht gibt.
Tasmota und ESPHome: offen, aber prüfen Sie die Revision
Vorgeflashte Steckdosen von Athom laufen mit Tasmota oder ESPHome und sprechen lokal. Die Angaben zum Messchip widersprechen sich aber: Ein Verkäufer nennt den Chip HLW8032 und etwa 0,2 Prozent Wirkleistungsfehler ohne Kalibrierung, eine Gerätevorlage der Tasmota-Community nennt den CSE7766 und verlangt eine Kalibrierung für genaue Werte. Welche Revision Sie bekommen, steht auf der Produktseite des Verkäufers. Wer genau messen will, kalibriert mit einem Messgerät.
Die Matter-Falle bei Home Assistant im Container
Matter wirkt wie die Lösung: lokal, herstellerübergreifend, keine Cloud. Für Home Assistant im Container gilt das nicht ohne Weiteres. Die Dokumentation nennt den offiziellen Matter Server unter Home Assistant OS als einzige unterstützte Einrichtung. Der Betrieb als eigener Docker-Container ist ausdrücklich nicht unterstützt und auf eigenes Risiko. Bei uns läuft Home Assistant als Container in einem LXC, deshalb ist dieser Weg für uns nicht der einfache.
Dazu kommt das Netz. Matter braucht lokales IPv6 und mDNS, also Multicast. Die Dokumentation warnt vor VLANs, gefiltertem Multicast und fehlerhaftem IGMP-Snooping und verlangt, dass WLAN-Geräte im selben VLAN wie Home Assistant liegen. Das widerspricht dem naheliegenden Plan, alle Steckdosen in ein getrenntes IoT-Netz zu legen. Mit Shelly und Tasmota entfällt das Problem, sie sprechen normales IP.
Wie wir die Steckdosen in die Steuerung einbinden würden
Bei uns bleibt Loxone die Steuerung. Eine Steckdose liefert den Verbrauch an Home Assistant, und was daraus geschaltet wird, entscheidet Loxone über einen virtuellen Eingang. Fällt Home Assistant aus oder startet neu, ändert sich kein Schaltzustand. Für den Stromausfall legen Sie je Gerät fest, ob es danach an, aus oder im letzten Zustand starten soll. Ein Kaffeeautomat darf nach dem Stromausfall nicht von selbst anheizen.
Heizgeräte, Durchlauferhitzer und Geräte mit Dauerlast nahe an der Grenze gehören nicht an eine Steckdose mit Funkmodul. Dafür nimmt man ein Relais in der Verteilung.
Was wir empfehlen und unter welcher Bedingung
Wenn Sie Home Assistant als Container betreiben und keine Herstellerkonten wollen, nehmen Sie Shelly oder eine Tasmota-/ESPHome-Steckdose. Prüfen Sie bei Shelly die Lastgrenze gegen das Typenschild, weil nur 12 A angegeben sind. Die Tapo P110M trägt mehr Last, setzt aber ein TP-Link-Konto voraus. Matter lohnt sich erst, wenn Home Assistant OS mit Matter Server läuft und die Steckdosen im selben VLAN liegen.
Offen bleibt, wie genau die Messung ist. Dazu fehlen vergleichbare Werte, und keine der Steckdosen ist gegen ein Referenzgerät gemessen.
So haben wir gearbeitet
Grundlage sind die Dokumentationsseiten von Home Assistant zu Shelly, TP-Link und Matter, die Produktseite der Tapo P110M sowie Händler- und Community-Angaben zu Shelly Plug S Gen3 und den Athom-Steckdosen, gelesen am 16.10.2026. Die Herstellerseite des Shelly Plug S Gen3 ließ sich nicht auslesen, deshalb stammen dessen Lastwerte von Händlern. Wir haben keine dieser Steckdosen gekauft oder gemessen, und Angaben zur Messgenauigkeit des Shelly und der Tapo haben wir nicht gefunden.
Weiterführende Quellen
Primärquellen
- Home Assistant, Shelly-Integration
- Home Assistant, TP-Link Smart Home
- Home Assistant, Matter
Herstellerangaben
- TP-Link, Tapo P110M
Welche WLAN-Steckdose passt zu Home Assistant ohne Cloud?+
Nach der Dokumentation von Home Assistant arbeitet die Shelly-Integration direkt mit dem Gerät, eine Cloud-Verbindung ist nicht nötig. Tasmota- und ESPHome-Steckdosen laufen ebenfalls lokal. Die Tapo-Integration verbindet sich zwar lokal, verlangt für Tapo-Geräte aber die Zugangsdaten des TP-Link-Kontos.
Kann ich Matter-Steckdosen mit Home Assistant im Docker-Container nutzen?+
Nur mit Aufwand. Home Assistant nennt den offiziellen Matter Server unter Home Assistant OS als einzig unterstützte Variante, den Betrieb als eigenen Docker-Container als nicht unterstützt und auf eigenes Risiko. Wer Home Assistant als Container betreibt, nimmt für Steckdosen besser Shelly oder Tasmota.
Darf ich Waschmaschine oder Heizgerät an eine WLAN-Steckdose hängen?+
Prüfen Sie zuerst das Typenschild gegen die Grenze der Steckdose: Das Shelly Plug S Gen3 wird mit 12 A und 2500 W angegeben, die Tapo P110M mit 16 A und 3680 W. Heizgeräte und Geräte mit Dauerlast nahe der Grenze gehören nicht an eine Steckdose mit Funkmodul. Für sie nimmt man ein Relais in der Verteilung.
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