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Smart Home2026-10-24· Von Franz Senn

tado: KI soll offene Fenster erkennen, die automatische Heizpause bleibt im Abo

tado hat am 22. Oktober 2026 ein Software-Paket für die App und die X-Thermostate angekündigt. Es soll die Erkennung offener Fenster verbessern und kommt laut heise im kommenden Monat. Die Überschrift dort sagt schon, wo der Haken liegt: Die automatische Heizpause bleibt im Abo. Wir haben die beiden verfügbaren Berichte gelesen, die tado-Hilfeseite dazu und die Dokumentation von Home Assistant und Loxone. Ein eigener Test liegt nicht vor, denn die Funktion ist noch nicht ausgerollt.

Markenzeichen von tado
Die Angaben in diesem Beitrag stammen aus den Berichten von heise und ComputerBase vom 22. Oktober 2026 und der tado-Hilfeseite. Das Markenzeichen gehört tado. (Quelle: Simple Icons, Datei tado.svg (CC0))

Was angekündigt ist

Die folgenden Punkte stehen sowohl bei heise als auch bei ComputerBase, beide vom 22. Oktober 2026. Beide Berichte beruhen auf derselben tado-Mitteilung, ComputerBase berichtet unter NDA. Eine unabhängige Bestätigung gibt es also nicht.

  • Das Paket kommt im kommenden Monat, laut ComputerBase gestaffelt im Laufe dieses Monats.
  • Raumspezifisches Lernen gilt für alle tado X. Kunden mit V3+ bekommen laut heise nur den neuen Home-Screen.
  • Apple Live Activities für Boost gibt es ohne Zusatzkosten.
  • Ein Schimmelindex mit den Stufen „Niedrig", „Erhöht" und „Hoch" kommt nur im Abo. Er basiert laut ComputerBase auf einem Wachstumsmodell des finnischen VTT und wertet laut heise Temperatur und Luftfeuchte über die Zeit aus.

Was tado nur behauptet

Das Lernen ist der Kern der Neuerung. heise schreibt, die Thermostate sollen „die typischen Muster jedes Raums lernen". ComputerBase gibt tado mit der Aussage wieder, das mache die Erkennung präziser und zuverlässiger. Das ist eine Herstellerangabe ohne Messwerte. Wie viele offene Fenster das System erkennt und wie schnell, nennt keine der beiden Quellen.

Die einzige Praxisaussage kommt von heise selbst: „Tados Erkennung schlug dagegen in unseren bisherigen Tests nicht immer an." Und weiter: „Wie gut das klappt, muss sich in der Praxis zeigen." Ob das Lernen daran etwas ändert, ist offen.

Was schon vorher so war

Die Methode ist nicht neu. Nach iphone-ticker.de hat tado die Fenster-offen-Erkennung mit App 3.12 als Beta eingeführt (Bericht vom 30. Mai 2017, Standardpause 15 Minuten). Wie sie erkennt, steht dort nicht. Nach heise geht es um Temperatur und Luftfeuchte beim Lüften, und das bestätigt ein Video von tado aus dem Jahr 2018. Neu ist laut Ankündigung das raumspezifische Lernen.

Das 38 Sekunden lange Video stammt vom tado-Kanal und wurde im Mai 2018 hochgeladen. Laut Videobeschreibung erkennt tado plötzliche Abfälle von Temperatur oder Luftfeuchte beim Öffnen eines Fensters. Raumlernen nennt die Beschreibung nicht.

Auch die Trennung zwischen Erkennung und Abschaltung ist keine Neuerung. Die tado-Hilfeseite trägt als Datum nur „Updated this week" (abgerufen am 24. Oktober 2026). Sie sagt, die Erkennung brauche kein AI Assist, nur die automatische Abschaltung: „If you have AI Assist, tado° automatically switches off your heating." Ohne das Abo bleibt die Schaltfläche „Turn off heating" in den Quick Actions. Daraus leiten wir ab, dass sich am Abo-Modell der Abschaltung mit dem Update nichts ändert. Belegt ist das nur für den Stand der Hilfeseite.

Fenster offen: wer schaltet die Heizung ab?Fenster wird geöffnetTemperatur und Luftfeuchteändern sichtado erkennt dasLüftenTemperatur und Feuchte, ohneAboOhne AboPush-Nachricht, du regelstselbstMit AI Assist3,99 Euro im Monat, Heizunggeht automatisch ausAlternativeKontaktsensor meldet Fensteroffen, Home Assistant oderLoxone senkt sofort
Schematisch nach heise online (22. Oktober 2026) und der tado-Hilfeseite. Preis laut ComputerBase. (Quelle: heise online, 22. Oktober 2026, und tado Hilfe)

Was das Abo kostet

Bei den Preisen weichen die Berichte ab, ohne sich zu widersprechen. heise rundet auf 4 Euro im Monat oder 30 Euro im Jahr, ComputerBase nennt 3,99 Euro im Monat und 29,99 Euro im Jahr. Das Abo heißt AI Assist. Wer es nur für die automatische Fensterpause braucht, zahlt also rund 30 Euro jährlich für ein Verhalten, das ein Kontaktsensor auch liefert. Zwölf Monatszahlungen zu 3,99 Euro ergeben 47,88 Euro, das Jahresabo spart also 17,89 Euro.

AI Assist: Kosten bei Monats- und Jahresabo1 Jahr, monatlich47.88 · 47,88 Euro1 Jahr, jährlich29.99 · 29,99 Euro3 Jahre, monatlich143.64 · 143,64 Euro3 Jahre, jährlich89.97 · 89,97 Euro0160
Eigene Rechnung mit den Listenpreisen von ComputerBase (3,99 Euro im Monat, 29,99 Euro im Jahr), bei gleichbleibendem Preis. Kontaktsensoren sind nicht eingerechnet, ihren Preis haben wir nicht erhoben. (Quelle: ComputerBase, 22. Oktober 2026)

Kontaktsensor statt Abo

Ein Sensor am Fenster meldet „offen" oder „zu", ohne Lernphase und ohne Schwelle für Temperatursprünge.

In Home Assistant gibt es dafür die Binary-Sensor-Klasse window, die laut Dokumentation zeigt, ob ein Fenster offen ist. Daran lässt sich eine Automation hängen: Ist das Fenster länger als X Minuten offen, geht das Thermostat auf Frostschutz, beim Schließen wieder zurück. Welches Funkprotokoll der Sensor spricht, Matter oder Zigbee, bleibt dem Leser überlassen. Zur Einordnung der tado-Seite: Die tado-Integration in Home Assistant hat laut Dokumentation die IoT-Klasse „Cloud Polling" und fragt standardmäßig alle 5 Minuten ab. Teile davon laufen nur mit dem Tado-Assist-Modus, und das API-Limit unterscheidet sich je nach Abo-Typ. Eine Automation, die auf tados Cloud wartet, reagiert also frühestens nach dem nächsten Abruf.

Bei Loxone beschreibt das Datenblatt des Tür- und Fensterkontakts Air: „Wird ein offenes Fenster erkannt, wird die Heizung im Raum automatisch heruntergefahren." Das ist eine Herstellerangabe ohne Datum. Im Loxone-Forum (Thread 143826, um 2017) schreiben Nutzer, der Kontakt melde nur an den Intelligenten Raumregler und der Name des Eingangs sei dort widersprüchlich. Das ist Nutzermeinung, kein Beleg. Ein Hinweis aus derselben Diskussion gilt aber unabhängig vom Hersteller: Bei Fußbodenheizung bringt das Abschalten wenig, weil sie träge ist. Dort ist ein Alarm bei zu langer Öffnung oft sinnvoller.

Was wir prüfen würden

Über unseren eigenen Bestand sagen wir hier nichts, denn für diesen Beitrag wurde nichts gemessen. Vor der Entscheidung helfen diese Schritte:

  1. Klären, ob eine Fensterpause im eigenen Haus überhaupt etwas bringt. Bei träger Fußbodenheizung kaum.
  2. Die Kosten gegenüberstellen: 29,99 Euro im Jahr für AI Assist gegen die Einmalkosten für Kontaktsensoren. Den Sensorpreis haben wir nicht erhoben.
  3. In Home Assistant einen Sensor der Klasse window anlegen und die Automation mit Verzögerung bauen.
  4. Bei Loxone den Fensterkontakt an den Intelligenten Raumregler binden und den Eingangsnamen in der aktuellen Dokumentation prüfen.
  5. Nach dem Rollout im November die Erkennung selbst messen: ein Fenster zehnmal öffnen, die Latenz bis zur Reaktion notieren. Erst danach lohnt es sich, dem Lernmodell zu trauen.

Weiterführende Quellen

Fragen?
Wann kommt die neue Fenster-offen-Erkennung von tado?+

Laut heise und ComputerBase vom 22. Oktober 2026 soll das Software-Paket im kommenden Monat starten (heise), laut ComputerBase gestaffelt im Laufe dieses Monats. Eine tado-Pressemitteilung als Primärquelle haben wir nicht gefunden. Der anpassbare Home-Screen ist laut ComputerBase schon verfügbar.

Brauche ich AI Assist, um offene Fenster überhaupt erkannt zu bekommen?+

Nach der tado-Hilfeseite nicht. Die Erkennung selbst braucht kein AI Assist, nur die automatische Abschaltung der Heizung. Ohne Abo schickt die App laut heise eine Push-Nachricht, und in den Quick Actions gibt es die Schaltfläche Turn off heating.

Geht das Abschalten bei offenem Fenster auch ohne tado-Abo?+

Ja, mit einem eigenen Kontaktsensor. Home Assistant kennt die Binary-Sensor-Klasse window, daran lässt sich eine Automation hängen, die das Thermostat absenkt. Loxone beschreibt im Datenblatt des Tür- und Fensterkontakts Air dasselbe Verhalten für den Raumregler. Die tado-Integration in Home Assistant fragt die Cloud dagegen nur alle fünf Minuten ab.