tado: KI soll offene Fenster erkennen, die automatische Heizpause bleibt im Abo
tado hat am 22. Oktober 2026 ein Software-Paket für die App und die X-Thermostate angekündigt. Es soll die Erkennung offener Fenster verbessern und kommt laut heise im kommenden Monat. Die Überschrift dort sagt schon, wo der Haken liegt: Die automatische Heizpause bleibt im Abo. Wir haben die beiden verfügbaren Berichte gelesen, die tado-Hilfeseite dazu und die Dokumentation von Home Assistant und Loxone. Ein eigener Test liegt nicht vor, denn die Funktion ist noch nicht ausgerollt.
Was angekündigt ist
Die folgenden Punkte stehen sowohl bei heise als auch bei ComputerBase, beide vom 22. Oktober 2026. Beide Berichte beruhen auf derselben tado-Mitteilung, ComputerBase berichtet unter NDA. Eine unabhängige Bestätigung gibt es also nicht.
- Das Paket kommt im kommenden Monat, laut ComputerBase gestaffelt im Laufe dieses Monats.
- Raumspezifisches Lernen gilt für alle tado X. Kunden mit V3+ bekommen laut heise nur den neuen Home-Screen.
- Apple Live Activities für Boost gibt es ohne Zusatzkosten.
- Ein Schimmelindex mit den Stufen „Niedrig", „Erhöht" und „Hoch" kommt nur im Abo. Er basiert laut ComputerBase auf einem Wachstumsmodell des finnischen VTT und wertet laut heise Temperatur und Luftfeuchte über die Zeit aus.
Was tado nur behauptet
Das Lernen ist der Kern der Neuerung. heise schreibt, die Thermostate sollen „die typischen Muster jedes Raums lernen". ComputerBase gibt tado mit der Aussage wieder, das mache die Erkennung präziser und zuverlässiger. Das ist eine Herstellerangabe ohne Messwerte. Wie viele offene Fenster das System erkennt und wie schnell, nennt keine der beiden Quellen.
Die einzige Praxisaussage kommt von heise selbst: „Tados Erkennung schlug dagegen in unseren bisherigen Tests nicht immer an." Und weiter: „Wie gut das klappt, muss sich in der Praxis zeigen." Ob das Lernen daran etwas ändert, ist offen.
Was schon vorher so war
Die Methode ist nicht neu. Nach iphone-ticker.de hat tado die Fenster-offen-Erkennung mit App 3.12 als Beta eingeführt (Bericht vom 30. Mai 2017, Standardpause 15 Minuten). Wie sie erkennt, steht dort nicht. Nach heise geht es um Temperatur und Luftfeuchte beim Lüften, und das bestätigt ein Video von tado aus dem Jahr 2018. Neu ist laut Ankündigung das raumspezifische Lernen.
Auch die Trennung zwischen Erkennung und Abschaltung ist keine Neuerung. Die tado-Hilfeseite trägt als Datum nur „Updated this week" (abgerufen am 24. Oktober 2026). Sie sagt, die Erkennung brauche kein AI Assist, nur die automatische Abschaltung: „If you have AI Assist, tado° automatically switches off your heating." Ohne das Abo bleibt die Schaltfläche „Turn off heating" in den Quick Actions. Daraus leiten wir ab, dass sich am Abo-Modell der Abschaltung mit dem Update nichts ändert. Belegt ist das nur für den Stand der Hilfeseite.
Was das Abo kostet
Bei den Preisen weichen die Berichte ab, ohne sich zu widersprechen. heise rundet auf 4 Euro im Monat oder 30 Euro im Jahr, ComputerBase nennt 3,99 Euro im Monat und 29,99 Euro im Jahr. Das Abo heißt AI Assist. Wer es nur für die automatische Fensterpause braucht, zahlt also rund 30 Euro jährlich für ein Verhalten, das ein Kontaktsensor auch liefert. Zwölf Monatszahlungen zu 3,99 Euro ergeben 47,88 Euro, das Jahresabo spart also 17,89 Euro.
Kontaktsensor statt Abo
Ein Sensor am Fenster meldet „offen" oder „zu", ohne Lernphase und ohne Schwelle für Temperatursprünge.
In Home Assistant gibt es dafür die Binary-Sensor-Klasse window, die laut Dokumentation zeigt, ob ein Fenster offen ist. Daran lässt sich eine Automation hängen: Ist das Fenster länger als X Minuten offen, geht das Thermostat auf Frostschutz, beim Schließen wieder zurück. Welches Funkprotokoll der Sensor spricht, Matter oder Zigbee, bleibt dem Leser überlassen. Zur Einordnung der tado-Seite: Die tado-Integration in Home Assistant hat laut Dokumentation die IoT-Klasse „Cloud Polling" und fragt standardmäßig alle 5 Minuten ab. Teile davon laufen nur mit dem Tado-Assist-Modus, und das API-Limit unterscheidet sich je nach Abo-Typ. Eine Automation, die auf tados Cloud wartet, reagiert also frühestens nach dem nächsten Abruf.
Bei Loxone beschreibt das Datenblatt des Tür- und Fensterkontakts Air: „Wird ein offenes Fenster erkannt, wird die Heizung im Raum automatisch heruntergefahren." Das ist eine Herstellerangabe ohne Datum. Im Loxone-Forum (Thread 143826, um 2017) schreiben Nutzer, der Kontakt melde nur an den Intelligenten Raumregler und der Name des Eingangs sei dort widersprüchlich. Das ist Nutzermeinung, kein Beleg. Ein Hinweis aus derselben Diskussion gilt aber unabhängig vom Hersteller: Bei Fußbodenheizung bringt das Abschalten wenig, weil sie träge ist. Dort ist ein Alarm bei zu langer Öffnung oft sinnvoller.
Was wir prüfen würden
Über unseren eigenen Bestand sagen wir hier nichts, denn für diesen Beitrag wurde nichts gemessen. Vor der Entscheidung helfen diese Schritte:
- Klären, ob eine Fensterpause im eigenen Haus überhaupt etwas bringt. Bei träger Fußbodenheizung kaum.
- Die Kosten gegenüberstellen: 29,99 Euro im Jahr für AI Assist gegen die Einmalkosten für Kontaktsensoren. Den Sensorpreis haben wir nicht erhoben.
- In Home Assistant einen Sensor der Klasse
windowanlegen und die Automation mit Verzögerung bauen. - Bei Loxone den Fensterkontakt an den Intelligenten Raumregler binden und den Eingangsnamen in der aktuellen Dokumentation prüfen.
- Nach dem Rollout im November die Erkennung selbst messen: ein Fenster zehnmal öffnen, die Latenz bis zur Reaktion notieren. Erst danach lohnt es sich, dem Lernmodell zu trauen.
Weiterführende Quellen
- heise online: Tado, KI soll offene Fenster besser erkennen, Heizpause weiter nur im Abo: Ankündigung, Push ohne Abo, eigener Test, Preise gerundet
- ComputerBase: tado, KI-gestützte Fenster-offen-Erkennung und neuer Schimmelindex: Zeitplan, Schimmelindex, Preise 3,99 und 29,99 Euro
- tado Hilfe: Open Window Detection: Erkennung ohne Abo, Abschaltung mit AI Assist
- iphone-ticker.de: tado-Update rüstet Fenster-offen-Erkennung nach: Erkennung seit App 3.12, Stand 2017
- Loxone-Forum: Fenstergriff Air, fährt das Smart Home die Heizung runter?: Nutzermeinung zu Raumregler-Eingang und Fußbodenheizung
- YouTube, tado°: Open Window Detection - How it works: Video des Herstellers von 2018, Erkennung über Temperatur- und Feuchteabfall
- Simple Icons: tado.svg: Logo, CC0, Markenzeichen bleibt bei tado
- Home Assistant: tado-Integration: Cloud Polling, 5-Minuten-Intervall
- Home Assistant: Binary Sensor: Klasse window
- Loxone: Tür- und Fensterkontakt Air, Datenblatt: Herstellerangabe zur Heizungsabschaltung
Wann kommt die neue Fenster-offen-Erkennung von tado?+
Laut heise und ComputerBase vom 22. Oktober 2026 soll das Software-Paket im kommenden Monat starten (heise), laut ComputerBase gestaffelt im Laufe dieses Monats. Eine tado-Pressemitteilung als Primärquelle haben wir nicht gefunden. Der anpassbare Home-Screen ist laut ComputerBase schon verfügbar.
Brauche ich AI Assist, um offene Fenster überhaupt erkannt zu bekommen?+
Nach der tado-Hilfeseite nicht. Die Erkennung selbst braucht kein AI Assist, nur die automatische Abschaltung der Heizung. Ohne Abo schickt die App laut heise eine Push-Nachricht, und in den Quick Actions gibt es die Schaltfläche Turn off heating.
Geht das Abschalten bei offenem Fenster auch ohne tado-Abo?+
Ja, mit einem eigenen Kontaktsensor. Home Assistant kennt die Binary-Sensor-Klasse window, daran lässt sich eine Automation hängen, die das Thermostat absenkt. Loxone beschreibt im Datenblatt des Tür- und Fensterkontakts Air dasselbe Verhalten für den Raumregler. Die tado-Integration in Home Assistant fragt die Cloud dagegen nur alle fünf Minuten ab.
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