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Lokale KI
Lokale KI2026-10-19· Von Franz Senn

Open-Weight-Modelle: 71,5 % der Tokens, 23 % der Ausgaben im Vercel AI Gateway

Am 15. Oktober 2026 hat Vercel den AI Gateway Production Index für September veröffentlicht. heise greift ihn am 19. Oktober auf. Die Hauptzahl: Open-Weight-Modelle verarbeiteten im September 71,5 Prozent aller Tokens im Gateway, mehr als sieben von zehn. Ihr Anteil an den Ausgaben liegt bei 23 Prozent.

Logo von Vercel
Quelle: Vercel AI Gateway Production Index vom 15. Oktober 2026, Verkehrsdaten bis September 2026. Es sind Vercels eigene Gateway-Daten, nicht der Gesamtmarkt. (Quelle: Simple Icons, Datei vercel.svg (CC0))

Die Zahlen

Der Ausgabenanteil offener Modelle lag drei Monate zuvor bei etwa einem von zwanzig Dollar. Vercel schreibt von mehr als einer Vervierfachung. Seit Dezember 2025 stiegen die Ausgaben für offene Modelle laut Vercel auf mehr als das Siebzigfache, die für proprietäre Spitzenmodelle auf das Zehnfache. Die Gesamtausgaben im Gateway waren im September rund 13-mal so hoch wie im Dezember, der durchschnittliche Preis pro Token fiel um 47 Prozent.

Der zweite Befund betrifft Anthropic. Dessen Anteil an den Ausgaben sank von 63,7 Prozent im August auf 43,9 Prozent im September. Die Opus-Modelle zusammen stehen noch für knapp ein Drittel der Septemberausgaben, nach etwa der Hälfte im August.

Anteile im Vercel AI Gateway (Prozent)Open-Weight, Tokens (Sep)71.5 · 71,5 %Open-Weight, Ausgaben (Sep)23 · 23 %Open-Weight, Ausgaben (Jun)5 · etwa 5 %Anthropic, Ausgaben (Aug)63.7 · 63,7 %Anthropic, Ausgaben (Sep)43.9 · 43,9 %0100
Der Juni-Wert ist Vercels Formulierung von etwa einem von zwanzig Dollar. Geschätzte Ausgaben auf Basis veröffentlichter Listenpreise. (Quelle: Vercel, AI Gateway Production Index, 15.10.2026)

Warum Token- und Ausgabenanteil weit auseinanderliegen

Die Lücke zwischen 71,5 und 23 Prozent kommt von den Preisen. DeepSeek allein macht 58 Prozent der Tokens und 6,6 Prozent der Ausgaben aus. Moonshot AI mit Kimi liegt umgekehrt: 3,6 Prozent der Tokens, aber 13,2 Prozent der Ausgaben. Z.ai (GLM) kommt auf 7,2 Prozent der Tokens und 4,5 Prozent der Ausgaben. Wer „offen“ als Synonym für „billig“ liest, liegt also nicht immer richtig.

Auffällig ist, wo offene chinesische Modelle laufen. Fast 70 Prozent der Ausgaben für Modelle chinesischer Herkunft gingen über Anbieter mit Sitz in den USA, im Dezember waren es unter 10 Prozent. Bei Moonshot lieferten US-Anbieter neun von zehn Tokens, bei Z.ai sieben von zehn, bei DeepSeek dagegen rund vier von fünf Tokens der Hersteller selbst.

Was die Zahlen nicht sagen

Vercel nennt die Grenzen selbst. Die Daten sind anonymisierter Verkehr durch das eigene Gateway. Die Ausgaben sind aus Listenpreisen geschätzt, echte Rechnungen können abweichen. Die Einteilung in Open-Weight folgt der aktuellen Modellliste, die breiter ist als in früheren Berichten, und frühere Monate können nachträglich korrigiert werden. heise ergänzt, dass Token- und Ausgabenanteil nicht gleichzusetzen sind, weil die Tokenpreise stark streuen.

Dazu kommt ein Verzerrungsrisiko, das beide Texte nicht beziffern: Wer ein Gateway wie dieses nutzt, will ohnehin zwischen Modellen wechseln. Fast jedes zweite Team (48 Prozent laut heise) hat im September sein meistgenutztes Modell gewechselt. Ein Team, das ein Modell lokal betreibt, taucht in diesen Daten gar nicht auf.

Was das für lokale Modelle heißt

Als Argument für offene Gewichte taugen die Zahlen in einer Hinsicht: Offene Modelle sind im Alltag von Entwicklerteams angekommen und tragen den Großteil der verarbeiteten Tokens. Für lokalen Betrieb sagen sie wenig, denn sie messen gehostete Nutzung, großteils über US-Anbieter. Wer Daten im eigenen Haus halten will, gewinnt durch die Statistik nichts, was nicht schon aus Datenschutz und Kosten folgt.

Unsere Lanes sind davon unberührt. Bei uns laufen offene Gewichte auf eigenen Karten hinter einem LiteLLM-Gateway; wie sich unsere Token-Verteilung zu der von Vercel verhält, haben wir nicht gemessen. Wer die eigene Auswahl spiegeln will, kann dieselbe Zahl aus dem eigenen Gateway ziehen: Tokens und geschätzte Ausgaben je Modell, getrennt nach offenen und geschlossenen Gewichten.

Ein Risiko nennt heise noch: Am 16. Oktober hat China einen Entwurf für Exportkontrollen vorgelegt, der 23 KI-Technologien erfasst, darunter Modelle ab zwei Billionen Parametern. Die Konsultation läuft bis zum 15. November 2026. API-Zugang und bereits veröffentlichte offene Technik sind grundsätzlich ausgenommen, Fachleute warnen aber vor möglichen Eingriffen in Lizenzverträge. Ob der Entwurf in dieser Form beschlossen wird, zeigt sich frühestens nach der Konsultation am 15. November 2026.

Weiterführende Quellen

Fragen?
Wie hoch ist der Anteil offener Modelle im Vercel AI Gateway?+

Im September 2026 verarbeiteten Open-Weight-Modelle 71,5 Prozent der Tokens und machten 23 Prozent der geschätzten Ausgaben aus. Drei Monate zuvor lag der Ausgabenanteil laut Vercel bei etwa einem von zwanzig Dollar, also rund 5 Prozent.

Warum ist der Token-Anteil so viel höher als der Ausgabenanteil?+

Offene Modelle sind pro Token deutlich billiger. Beim größten der drei in der Vercel-Tabelle genannten Labs, DeepSeek, stehen 58 Prozent der Tokens 6,6 Prozent der Ausgaben gegenüber. Token- und Ausgabenanteil lassen sich deshalb nicht gleichsetzen.

Sind die Zahlen für den Gesamtmarkt repräsentativ?+

Nein. Es sind Vercels eigene Daten aus dem Gateway-Verkehr, die Ausgaben beruhen auf Listenpreisen und nicht auf echten Rechnungen. Wer Vercel nutzt, ist keine Stichprobe aller Entwicklerteams.