Lightbits als Proxmox-Speicher: was das neue Plugin wirklich liefert
Proxmox hat am 29. Oktober 2026 eine Speicher-Partnerschaft verkündet: Lightbits Labs ist offizieller Lösungspartner, inklusive eines nativen Plugins für Proxmox VE. Ein Storage-System mit eigenem Plugin, das Gast-Abbilder, Live-Migration und HA ohne Zusatzkonfiguration bedient, gab es im Proxmox-Umfeld vorher nicht. Die Pressemitteilung nennt als Zielgruppe Umgebungen, die vom proprietären Lizenzmodell eines Mitbewerbers weg wollen; gedacht ist dabei an VMware. Und nach der Preisliste von Lightbits zu urteilen, stimmt die Absicht: Dort findet sich unter den Integrationen auch ein Plugin für VMware vCenter.
Für die Pressearbeit hat der Anbieter eine klare Linie: Der Storage-Cluster läuft als eigene Anlage neben den Proxmox-Knoten, erreichbar über NVMe over Fabrics. Aus Proxmox-Sicht entfällt damit die Handarbeit, ein iSCSI-Ziel in jeder Konfiguration einzeln zu verdrahten.
Das Plugin ist eine Anbindung, kein eingebauter Speicher
Die Pressemitteilung spricht von einer „nativ integrierten Option". Nativ heißt hier: Lightbits schreibt das Plugin selbst, und es erscheint im Proxmox-Interface wie jeder andere Storage-Typ. Proxmox VE 9 bringt es nicht mit. Es wird als eigenes Paket auf jedem Knoten installiert, legt eine Storage-ID an und zeigt von dort den Bestand des externen Systems. Proxmox-Installationen mit LVM und iSCSI, die man von Hand verdrahtet hat, entfallen laut Anbieter. Wer ein Proxmox-Update fährt, muss das Plugin mitaktualisieren, denn die Kompatibilität mit der nächsten Major-Version ist bei einem jungen Plugin offen.
Das Repository dazu ist seit Juni 2026 öffentlich und trägt seit dem 26. Oktober die Version 1.0.4, Stand 4. November 2026 mit fünfzehn Sternen. Die Lizenz steht in der Datei LICENSE und ist Apache 2.0. Support gibt es über die Projektseite auf GitHub, als Bemühungsklausel ohne Zusage. Getestet ist laut Anbieter nur der TCP-Transport; wer RDMA ausreizen will, muss selbst messen. Zwischen dem ersten öffentlichen Commit im Juni und dem Proxmox-Statement Ende Oktober lagen gut vier Monate.
Die Bedienliste im Repository deckt die Vorgänge ab, die ein Virtualisierungsbetrieb täglich braucht: Speicher anlegen und löschen, Volume vergrößern, Schnappschüsse aufnehmen und zurückrollen, Live-Migration, HA, Kapazitätsanzeige im Interface. Gespiegeltes Duplikat und dünne Zuteilung verspricht Lightbits für die Blöcke. Die Architektur ist schlicht: Die Knoten sprechen REST-API und NVMe-oF mit dem Storage-Cluster, zwei TCP-Portgruppen, keine Sidecar-Dienste.
Der Preis ist ein Einstiegswert, kein Angebot
Die Preisliste beginnt bei 17,25 US-Dollar pro Terabyte und Monat, für eigene Hardware im Haus und für Cloud-Speicher zum gleichen Satz, gemessen am 4. November 2026. Über die Tariftabelle des Anbieters gerechnet, ohne Vertrag und ohne unsere Konditionen: 10 Terabyte kosten damit rund 2.070 US-Dollar im Jahr. Eine Support-Obergrenze, Reaktionszeit oder Mindestabnahme nennt die Seite nicht. Der Preis ist ein Signal nach unten gegen den Vertriebspreis klassischer Speichersysteme, mehr nicht.
Aus dem Repository gehört ein Detail in jede Kaufentscheidung: Die TRIM-Weitergabe an dünne Zuteilung ist standardmäßig deaktiviert und setzt mindestens Storage-Version 3.16 voraus. Ist sie einmal eingeschaltet, lässt sie sich nicht mehr zurücknehmen. Wer mit dünnen Zuteilungen arbeitet, sollte den Rechenweg vor dem Umzug kennen, nicht danach.
| Rechenklasse | Nutzbarer Speicher nach Schutz | Kapazität eines Rohblocks von 12 Platten à 3,84 TB | Zusatzhardware |
|---|---|---|---|
| Hyperconvergiert, dreifache Kopie (unser DRBD-Verbund) | 15,36 TB | 12 Platten in den Knoten, keine extraBox | 0 % |
| Spiegelnder Storage-Cluster, zwei Knoten | 23,04 TB | 12 Platten plus eigene Server | 33 % |
| Storage-Cluster mit Schutzklasse RAID 6, zwei Knoten | 23,04 TB | 12 Platten plus eigene Server | 33 % |
| Ceph, Replikationsfaktor 3 | 15,36 TB | 12 Platten in den Knoten, keine extraBox | 0 % |
Einheit: Terabyte (TB) zu 10^12 Byte. Gegenstand: ein Rohblock von 12 NVMe-Platten à 3,84 TB, Brutto 46 TB, wie er in einem Mittelstands-Cluster anfällt. Datum der Rechnung: 4. November 2026. Quelle: eigene Rechnung auf Basis der vier Schutzklassen, keine Herstellerangabe.
Die Tabelle ist der Grund, warum wir das Thema beobachten, statt den Verbund umzubauen. Die geometrische Ersparnis, die sich alle Shared Storage versprechen, existiert nicht automatisch: Dreifache Replikation lässt die Kapazität auf den Stand der Knoten zurückfallen, zwei gespiegelte Storage-Knoten rechnerisch 33 Prozent, genauso wie RAID 6 auf denselben Platten. Ersparnis entsteht erst, wenn eine Schutzklasse mit zwei statt drei Kopien genügt und die Platten zentral statt im Knoten sitzen.
Was wir selbst anders machen und warum

In unserer Umgebung läuft der Gast-Speicher hyperconvergiert über DRBD und LINSTOR auf den Knoten, zwei Standorte, 31. Juli 2026 neu bewertet und mit Absicht so belassen. Der Reiz von geteiltem Storage ist für uns nicht die Kapazität, sondern die Entflechtung: Rechenleistung und Speicherplatte wachsen bei DRBD immer im Paket, die Wartungsfenster beider Welten sind dieselben. Ein Storage-Cluster nebenan, das man unabhängig von den Virtualisierungsknoten aktualisiert, wäre genau die Trennung, die unser Aufbau nicht kennt. Der Preis dafür ist eine zweite Produktwelt mit eigenem Update-Zyklus. Dazu kommt eine Abhängigkeit, die bei DRBD wegfällt: Fällt der Storage-Cluster aus, stehen alle Proxmox-Knoten still.
In der Kategorie der Anbieter, die eine Storage-Platte mit eigenem Support verkaufen, ist Lightbits nicht neu: NetApp hat 2020 ein eigenes Proxmox-Plugin veröffentlicht. Neu ist, dass Proxmox diesen Weg über ein Partnerschaftsprogramm geht, mit einem System, das in der Preisliste unter dem günstigsten Einstiegsatz angetreten ist, den wir in dieser Kategorie je gelesen haben.
Wer die Technik nachlesen will, findet hier zwei Nachbarn auf diesem Kanal: Der Beitrag über das TrueNAS-Plugin für Proxmox beschreibt, wie sich ein NVMe/TCP-Defekt in Linux liest, das denselben Transport nutzt. Und im Sammelkanal Storage und Backup liegt unsere komplette DRBD-, Ceph- und Vitastor-Reihe. Wer überlegt, ob eine eigene Storage-Platte im Haus oder ein Subscription-Modell das richtige ist, findet die betriebswirtschaftliche Seite bei den IT-Leistungen.
Vier Fragen, die vor jeder Teststellung beantwortet sein müssen
- Passt unser Netz zum Transport? Der Anbieter nennt NVMe over Fabrics über TCP als einzigen geprüften Weg, also Standard-Ethernet ohne RDMA. Das ist einfach, dann hängt die Latenz aber am Netzwerk und nicht an der NVMe-Platte.
- Welche Schutzklasse ist vertraglich gemeint? Replikation oder RAID entscheiden die nutzbare Kapazität. Ein Angebot sollte sie in Zahlen nennen, statt nur Terabyte.
- Wer aktualisiert was, wenn die nächste Proxmox-Version erscheint? Das Plugin kommt vom Anbieter, das Upgrade von uns. Diese Kette gehört mit Datum beantwortet.
- Wie sieht der Rückweg aus? Ein Umzug von geteiltem Storage zurück auf Knotenspeicher ist eine Wochenendarbeit, jeder Block wandert einzeln. Vor dem Testlauf sollte feststehen, ob es den Rückweg überhaupt gibt.
Ein Plugin von einem spezialisierten Storage-Anbieter, das Live-Migration, Schnappschüsse und HA ohne Sonderkonfiguration bedient, ist der erwachsenste Schritt, den Proxmox bei externem Storage gegangen ist. Ob es in der eigenen Umgebung mehr bringt, als es kostet, entscheidet am Ende nicht die Technik. Die Frage dahinter lautet, ob die Wartungsfenster von Rechen- und Speicherwelt wirklich getrennt sein sollen. Wir haben sie am 31. Juli 2026 bewertet und uns dagegen entschieden.
Nachtrag 4. November 2026: Der Vergleichsführer des Anbieters
Am Tag nach unserem Beitrag ist Lightbits' Vergleichsführer für Proxmox-Speicher aufgetaucht, der Ceph gegen NVMe/TCP-Systeme stellt. Sein Kernargument: Integriertes Ceph läuft auf denselben Rechnern wie die Gäste und isst dort CPU und Arbeitsspeicher. Breit belegt, aber nicht unsere Konfiguration – unser Replikatspeicher läuft auf dedizierten Knoten. Die Zahlengründe des Guides sind Laborwerte ohne Messbedingungen, die eigentliche Studie steckt hinter einem E-Mail-Formular. Dass NVMe/TCP bei Lightbits erfunden wurde, stellt der Branchenverband anders dar: Das Protokoll entstand in einer Arbeitsgruppe, Lightbits war beteiligt. Recht hat der Guide an einem Punkt: Wer Ceph auf den Gast-Rechnern betreibt, zahlt diesen Preis täglich.
Weiterführende Quellen
- Pressemitteilung Proxmox zur Lightbits-Integration, 29. Oktober 2026: https://www.proxmox.com/de/ueber-uns/details-unternehmen/pressemitteilungen/proxmox-ve-lightbits-storageintegration (abgerufen 4. November 2026)
- Plugin-Repository von Lightbits Labs mit Versionsstand und Lizenz, Stand 4. November 2026: https://github.com/LightBitsLabs/pve-lightbits
- Preisliste von Lightbits Labs, ab 17,25 US-Dollar pro Terabyte und Monat, abgerufen 4. November 2026: https://lightbits.ai/pricing/
- Proxmox-Plugin für NetApp AFF und FAS, 5. August 2020: https://www.proxmox.com/en/about/company-details/attachments/netapp-storage-plugin-for-proxmox-virtual-environment
- Vergleichsführer des Anbieters für Proxmox-Speicher (Ceph gegen NVMe/TCP), abgerufen 4. November 2026: https://www.lightbitslabs.com/solution-guide/storage-architecture-for-proxmox-ve-evaluating-ceph-vs-nvme-tcp-native-solutions/
- Herkunftsseite von NVMe/TCP beim Branchenverband NVM Express, abgerufen 4. November 2026: https://nvmexpress.org/welcome-nvme-tcp-to-the-nvme-of-family-of-transports/
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