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Infrastruktur2025-10-16· von Mag. (FH) Franz Senn

Hosting bei Hetzner: Root-Server und Colocation als Mittelweg

Der eigene Serverkeller hat Grenzen: Stromausfall, Klimaanlage, Bandbreite. Ein Rechenzentrum hat das gelöst — und Hetzner macht den Zugang dazu erschwinglich. Root-Server und Colocation sind die Brücke zwischen Cloud-Bequemlichkeit und On-Prem-Kontrolle.

Root-Server: Dediziert, nicht geteilt

Ein Root-Server bei Hetzner ist ein physischer Server, den nur Sie nutzen. Keine Nachbarn auf derselben CPU, kein Noisy-Neighbour-Problem. Sie bekommen Root-Zugriff, installieren Ihr OS und betreiben darauf, was Sie wollen.

Die Preise dafür sind erstaunlich: Ein solider Server mit 64 GB RAM, AMD-EPYC-Kernen und NVMe-SSDs kostet weniger als eine vergleichbare Cloud-VM bei AWS, Azure oder Google Cloud — im Monat, nicht im Jahr.

# Hetzner Robot — Server installieren
ssh root@<server-ip>
# Proxmox, Ubuntu, was auch immer

Das ist die Basis für Virtualisierung: Proxmox auf dem Root-Server, dann eigene VMs für Mail, Helpdesk, Monitoring. Volle Kontrolle, keine Hypervisor-Nachbarn.

Colocation: Eigene Hardware im fremden RZ

Colocation geht weiter: Sie kaufen die Hardware selbst — die GPU-Workstation mit RTX 5090, den Storage-Server mit 12 HDDs — und stellen sie in Hetzners Rack. Strom, Kühlung, Netz und physische Sicherheit kommen vom RZ.

Das ist das Modell für KI-Inferenz mit eigener GPU: Die Karte kauft man einmal, der Server steht in Nürnberg oder Falkenstein, und die monatliche Rechnung deckt nur Strom und Uplink.

Wofür wir es nutzen

  • Root-Server für alles, was keine Spezialhardware braucht: Webserver, Mail-Gateway, Helpdesk, Monitoring, Metabase
  • Eigene Server on-prem für latenzkritische Dienste und KI-Inferenz mit GPUs — in Kufstein, direkt am Arbeitsplatz
  • Hetzner Storage-Box als externes Backup-Ziel — günstig, per SMB/NFS angebunden, automatisch via Proxmox Backup Server

Was Hetzner nicht kann

Hetzner ist kein Managed-Service-Provider. Der Root-Server kommt blank — OS-Installation, Härtung, Monitoring, Updates sind Ihre Aufgabe. Wer das nicht will, muss zu Managed Hosting oder Cloud greifen — und zahlt dafür.

Die Netzwerkanbindung ist gut, aber kein globales SDN. Multi-Region-Setups mit automatischem Failover zwischen Nürnberg und Helsinki erfordern eigene Arbeit.

Die Kosten im Vergleich

Drei Jahre Root-Server (EX101 mit 64 GB RAM) kosten weniger als ein Jahr vergleichbare AWS-EC2-Reserved-Instance — und der Root-Server hat dedizierte NVMe-Performance ohne I/O-Drosselung.

Fazit

Hetzner ist der pragmatische Mittelweg zwischen „eigener Keller" und „alles Cloud". Root-Server für Standard-Workloads, Colocation für Spezialhardware, Storage-Box für Backups. Zusammen mit on-prem-Infrastruktur ergibt das einen Hybrid-Stack, der Cloud-Kosten spart und Compliance vereinfacht.

FAQ
Ist ein Hetzner-Root-Server wirklich günstiger als eine Cloud-VM?+

Deutlich. Ein Root-Server mit 64 GB RAM, AMD-EPYC-Kernen und NVMe-SSDs kostet im Monat weniger als eine vergleichbare Cloud-VM bei AWS, Azure oder Google Cloud — und drei Jahre Root-Server (EX101) kommen auf weniger als ein Jahr einer vergleichbaren EC2-Reserved-Instance. Hinzu kommt dedizierte NVMe-Performance ohne I/O-Drosselung. Der Haken: Hetzner liefert nackte Hardware, OS-Installation, Härtung und Updates sind Ihre Aufgabe.

Wann wählt man Colocation statt eines Root-Servers?+

Wenn man Spezialhardware selbst besitzt und betreiben will — etwa eine GPU-Workstation mit RTX 5090 oder einen Storage-Server mit zwölf HDDs. Man kauft die Hardware einmal, stellt sie in Hetzners Rack in Nürnberg oder Falkenstein, und die monatliche Rechnung deckt nur Strom und Uplink. Das ist das Modell für KI-Inferenz mit eigener GPU, während Root-Server für Standard-Workloads wie Webserver oder Helpdesk ausreichen.

Ist Hetzner ein Managed-Service-Provider?+

Nein. Der Root-Server kommt blank, OS-Installation, Härtung, Monitoring und Updates liegen bei Ihnen. Wer das nicht will, muss zu Managed Hosting oder Cloud greifen — und zahlt dafür. Auch ein globales SDN mit automatischem Multi-Region-Failover zwischen Nürnberg und Helsinki gibt es nicht, das erfordert eigene Arbeit. Hetzner ist der pragmatische Mittelweg zwischen Cloud-Bequemlichkeit und On-Prem-Kontrolle, kein vollumfänglich betreuter Dienst.