NoSpamProxy vs. Proxmox Mail Gateway: zwei Wege zum sauberen Posteingang
Die Frage taucht in jedem zweiten Mail-Projekt auf: NoSpamProxy oder Proxmox Mail Gateway? Beide sitzen an derselben Stelle im Mailfluss, beide filtern Spam und Malware, beide haben zufriedene Anwender.
Wir haben zu beiden schon einzeln geschrieben — zu NoSpamProxy und zum Proxmox Mail Gateway. Hier geht es um den direkten Vergleich, und die ehrliche Antwort lautet: Sie unterscheiden sich nicht dort, wo die meisten hinschauen.
Gleicher Platz im Mailfluss
Beide sind ein Gateway, kein Mailserver. Sie nehmen die Mail an, bevor der eigentliche Mailserver sie sieht — und der bleibt dadurch von aussen unerreichbar.
Auch die Filtergrundlagen ähneln sich: Absenderreputation, SPF, DKIM, DMARC, Greylisting, Inhaltsanalyse. Wer nach der besseren Trefferquote sucht, vergleicht die falsche Eigenschaft — beide sind mit sauberer Konfiguration gut.
Wo NoSpamProxy wirklich vorne liegt
Verschlüsselung ist kein Anbau, sondern Kern. S/MIME und PGP inklusive Zertifikatsverwaltung sind eingebaut, ebenso der Versand grosser Dateien an Empfänger, deren Postfach das Anhangslimit nicht hergibt. In einer Open-Source-Kette müssten Sie diese Bausteine einzeln zusammenstellen und selbst zusammenhalten.
Auswertung statt Rohdaten. Rund um DMARC bietet der Hersteller eine Analyse, die aus den Reports verwertbare Empfehlungen macht, dazu einen Dienst zur Malware-Früherkennung. Die aktuelle Server-Version 16.2 setzt auf .NET 10 auf und bringt unter anderem präzisere MIME-Typ-Erkennung sowie OpenTelemetry für die Überwachung mit. Wer schon einmal versucht hat, DMARC-XML von Hand zu lesen, weiss, was diese Aufbereitung wert ist.
Ein Hersteller mit Telefonnummer. Net at Work sitzt in Deutschland, es gibt einen Supportvertrag und eine Roadmap. Für Betriebe ohne eigenes Mail-Know-how ist das kein Nebenpunkt, sondern oft der eigentliche Grund.
Wo der Proxmox Mail Gateway wirklich vorne liegt
Erweiterbarkeit. PMG ist quelloffen und lässt eigene Prüfstufen zu. Sie können eigene Filter in den Mailfluss hängen — und zwar echte, nicht nur Regelwerke in einer Oberfläche. Genau das ist mit einem geschlossenen Produkt nicht möglich.
Kostenmodell. Keine Lizenzkosten pro Postfach; das Support-Abo ist optional. Bei wachsender Nutzerzahl verhält sich das grundlegend anders als eine Lizenz pro Kopf.
Plattform. Debian statt Windows. Ob das ein Vorteil ist, hängt vom Haus ab — in einer ohnehin Linux-geprägten Umgebung ist es einer, in einer reinen Windows-Landschaft ein Fremdkörper.
Was das im Eigenbetrieb bedeutet
Wir betreiben den Proxmox Mail Gateway als MX-Frontinstanz — und zwar in genau der Ausbaustufe, die den Unterschied ausmacht: Neben den Standardprüfungen hängen eigene Filterstufen im Mailfluss, unter anderem eine KI-gestützte Einstufung und eine Prüfung von Links in eingehenden Mails.
Das ist der ehrliche Kern dieses Vergleichs. Wir haben PMG nicht gewählt, weil es besser filtert — sondern weil wir Dinge in den Mailfluss einbauen wollten, die es fertig nirgends zu kaufen gibt. Wer diesen Bedarf nicht hat, verschenkt bei PMG genau den Vorteil, für den er die Betriebsverantwortung bezahlt.
Und die kostet. Ein Gateway ist kein Gerät, das man aufstellt und vergisst: Quarantäne muss gesichtet, Fehlklassifikationen müssen nachgezogen, Blocklisten-Einträge beobachtet werden. Diese Arbeit fällt bei beiden Produkten an — bei einem kommerziellen Produkt trägt sie nur teilweise der Hersteller.
Die Entscheidungsfrage
Nicht „welches filtert besser", sondern:
Wollen Sie in den Mailfluss eingreifen können — oder wollen Sie, dass jemand anderes dafür geradesteht?
Beides ist eine legitime Antwort. Wer sie ehrlich beantwortet, hat die Produktwahl schon getroffen. Für Betriebe mit hohem Verschlüsselungsbedarf, Windows-Landschaft und ohne eigenes Mail-Team ist NoSpamProxy der kürzere Weg. Für Betriebe, die den Mailfluss als eigenen Prozess begreifen und ihn erweitern wollen, ist es der Proxmox Mail Gateway.
Fazit
Zwei gute Produkte, zwei unterschiedliche Philosophien — und ein Vergleich, der an der Trefferquote scheitert, weil beide dort liefern. Entscheidend sind Verschlüsselung, Erweiterbarkeit und die Frage, wer den Betrieb schultert.
Ein Rat zum Schluss, unabhängig von der Wahl: Prüfen Sie zuerst, wer bei Ihnen morgens die Quarantäne ansieht. Wenn diese Frage keine Antwort hat, ist das das eigentliche Problem — und kein Produkt der Welt löst es.
Weiterführende Quellen
Welches der beiden Systeme filtert besser?+
Diese Frage führt in die Irre. Beide erreichen mit sauberer Konfiguration sehr gute Erkennungsraten, und beide leben von denselben Grundlagen: Reputation des Absenders, SPF, DKIM und DMARC, Greylisting sowie Inhaltsanalyse. Der Unterschied liegt nicht in der Trefferquote, sondern in Verschlüsselung, Erweiterbarkeit, Plattform und Betriebsmodell. Wer nach dem besseren Filter sucht, vergleicht die falsche Eigenschaft.
Wann ist NoSpamProxy die richtige Wahl?+
Wenn Verschlüsselung ein Kernanforderung ist und nicht ein Nebenthema. NoSpamProxy bringt S/MIME und PGP samt Zertifikatsverwaltung sowie den Versand grosser Dateien direkt mit — bei einer Open-Source-Kette müssten Sie diese Bausteine einzeln zusammenstellen. Dazu kommt ein deutscher Hersteller mit Supportvertrag und eine homogene Umgebung für Betriebe, die ohnehin Windows-basiert arbeiten.
Wann ist der Proxmox Mail Gateway die richtige Wahl?+
Wenn Sie die Filterlogik selbst in der Hand behalten wollen. PMG ist quelloffen, läuft auf Debian und lässt sich über eigene Prüfstufen erweitern — eigene Milter, eigene Regeln, eigene Anbindungen. Dazu ist es lizenzkostenfrei nutzbar, mit optionalem Support-Abo. Der Preis dafür ist Betriebsverantwortung: Sie brauchen jemanden, der das System versteht und pflegt.
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