Proxmox Mail Gateway 9.1: Smartere Quarantäne, verschlüsselte Backups
Proxmox Mail Gateway 9.1 (11. Juni 2026) ist ein Update mit Fokus auf den Alltag im Postfach: bessere Quarantäne-Bedienung, weniger Tracking durch externe Bilder und clientseitig verschlüsselte Backups. PMG sitzt als Spam- und Virenfilter vor dem eigentlichen Mailserver und prüft jede ein- und ausgehende Nachricht.
Quarantäne, die mit geteilten Postfächern umgehen kann
Die spürbarste Neuerung betrifft Teams: Quarantänisierte Mails lassen sich jetzt als „gesehen" markieren. Wer ein gemeinsames Postfach prüft, erkennt damit sofort, welche Nachrichten ein Kollege schon gesichtet hat — Schluss mit dem doppelten Durchgehen derselben Liste. Eine kleine Änderung, die im geteilten Betrieb täglich Zeit spart.
Weniger Tracking durch externe Bilder
Externe Bilder in HTML-Mails werden auf Wunsch nur noch auf Anforderung geladen. Das unterbindet die klassischen Zählpixel, mit denen Absender erkennen, ob und wann eine Mail geöffnet wurde — ein kleiner, aber wirksamer Datenschutz-Gewinn.
Backups, die clientseitig verschlüsseln
Backups einer PMG-Instanz auf einen Proxmox Backup Server lassen sich nun nativ verschlüsseln — und zwar clientseitig, bevor die Daten das System verlassen. Abgedeckt sind die Mail-Konfiguration, das selbst gebaute Regelsystem sowie historische und private Statistikdaten. Damit liegen auch sensible Filterregeln nicht im Klartext im Backup.
Solider Unterbau
9.1 steht auf Debian 13.5 „Trixie" mit Kernel 7.0, SpamAssassin 4.0.2 samt laufend aktualisierter Regelsätze, ClamAV 1.4.4, PostgreSQL 17 und ZFS 2.4.
Was das im Mittelstand wert ist
Ein vorgelagerter Filter wie PMG nimmt dem eigentlichen Mailserver die Drecksarbeit ab und schafft einen klaren Kontrollpunkt für ein- und ausgehende Post — auch ein Baustein für NIS2-konformen Betrieb und gelebte Security-Awareness. Wer seine Mailsicherheit selbst in der Hand behalten will, bekommt mit 9.1 ein rundes, quelloffenes Werkzeug.
Fazit
9.1 glänzt nicht mit einem grossen Feature, sondern mit drei praxisnahen: gemeinschaftstaugliche Quarantäne, weniger Tracking, verschlüsselte Backups. Genau die Art Politur, die ein Werkzeug im täglichen Betrieb angenehmer und sicherer macht.