IT-News KW45/2026: Strix-Halo-Box im Test, Raspberry Pi 5 mit 16 GB für 385 Dollar, Linux 7.4-rc1, Zigbee2MQTT ohne 32 Bit
Diese Woche drehte sich vieles um Arbeitsspeicher. Er macht lokale KI-Rechner knapp und teuer, er treibt den Preis des Raspberry Pi 5 auf 385 Dollar, und der OpenAI-Chef hält es für Verschwendung, wenn er im Heim-PC steckt. Daneben stehen ein Kernel mit so vielen Änderungen wie nie, eine Zigbee-Software, die 32-Bit-Systeme aufgibt, und ein Heizkörperthermostat, das im Test überschwingt. Zu den drei Themen unten gibt es diese Woche keinen eigenen Beitrag, deshalb stehen die Quellen inline. Die Kennzeichnung bedeutet: verifiziert (zwei unabhängige Quellen gelesen), gemeldet (eine Quelle gelesen), Herstellerangabe oder abgeleitet (unsere Lesart).
Deep Dive: Lokale KI-Hardware und die Speicherkrise
ASRock AI Box-A395: das schnellste Strix-Halo-System im Test
ServeTheHome hat am 29. Oktober die AI Box-A395 von ASRock Industrial getestet, einen Barebone-Tower mit Ryzen AI Max+ 395 (16 Kerne), Radeon 8060S und 128 GB fest verlötetem LPDDR5X-8000. Der Rechner hat 10-GbE (AQC113) und 2,5-GbE, zwei M.2-Plätze mit PCIe Gen4, einen MCIO-Anschluss, ein eingebautes 400-Watt-Netzteil, zwei BIOS-Chips und einen Watchdog. Der Test nennt ihn das schnellste Ryzen-AI-Max+-395-System, das die Redaktion bisher hatte. Unter Last meldet der Chip 130 bis 140 Watt, die Lautstärke liegt bei 35 dBA im Leerlauf (Studio: 34 dBA) und 42 dBA unter Last. Für lokale Modelle lief der Test mit gpt-oss-120b, Qwen3.6-35B-A3B, Qwen3.8-27B und Nemotron; bei den großen Anfragen blieben einzelne Nutzer laut Test bei Werten im mittleren Zehnerbereich Token pro Sekunde. Die Einschränkungen nennt der Test selbst: Die Frontanschlüsse sind nur USB 2.0, das Gerät sei eher ein Industrie-PC als ein Arbeitsplatzrechner. Einen Preis nennt der gelesene Test nicht. Dass AMDs Nachfolger "Gorgon Halo" "in wenigen Tagen" erscheint, schreibt nur ServeTheHome, andere Quellen sprechen von einem Start im vierten Quartal ohne Datum. Status: gemeldet, ein einzelner Messender.
Raspberry Pi 5 mit 16 GB kostet 385 Dollar
Raspberry Pi hat am 2. November im eigenen Blog bekannt gegeben, dass der Pi 5 mit 16 GB um 80 Dollar auf 385 Dollar steigt und die Varianten des Compute Module 5 mit 16 GB um 40 Dollar teurer werden. Der Pi 500+ bleibt im Preis. Als Grund nennt der Hersteller fehlende Alternativen bei 16-GB-DRAM und weitere Engpässe. Raspberry Pi empfiehlt, kleinere Speicherstufen oder ältere Modelle zu nehmen, wo das Projekt es erlaubt. Phoronix meldet dieselbe Erhöhung mit denselben Zahlen. Status: verifiziert (Hersteller und Phoronix, beide beruhen auf derselben Mitteilung).
Altman über DRAM in Privatrechnern
OpenAI-Chef Sam Altman hat im Podcast "Cheeky Pint" gesagt, es sei aus Sicht der weltweiten Ressourcenverteilung "ziemlich schrecklich", dass jeder einen Teil des knappen DRAM in seinem eigenen Rechner habe, wo er nur etwa fünf Prozent der Zeit genutzt werde. heise ordnet das als Seitenhieb auf lokale KI mit offenen Modellen ein und nennt OpenAI selbst einen der Hauptverantwortlichen der Knappheit. ComputerBase weist darauf hin, dass Altmans Argument voraussetzt, privater RAM diene vor allem lokaler KI. Der Rahmen ist real: Intel meldete laut heise für das dritte Quartal 16,5 Milliarden Dollar Umsatz, sieht aber den PC-Markt wegen der RAM-Preise um rund 20 Prozent eingebrochen; SK Hynix rechnet mit Knappheit bis 2030, Intel mit besserer Lieferlage ab Mitte 2027. ServeTheHome berichtet über dasselbe Quartal unter der Überschrift "PC faces memory pressure". Status der Aussagen zu Altman: verifiziert; die Prognosen von SK Hynix stammen aus der heise-Zusammenfassung.
Bewertung: Wer 2026 einen lokalen KI-Rechner kauft, zahlt einen Speicheraufschlag, den kein Test wegmisst. Die A395-Messung zeigt, dass ein Strix-Halo-Tower mit 128 GB für Modelle der 30-Milliarden-Klasse und MoE-Modelle taugt. Ob er für mehrere gleichzeitige Nutzer reicht, hängt vom Modell und von der Kontextlänge ab. Wer die Hardware nicht dringend braucht, rechnet am besten mit dem Preis nach dem Gorgon-Halo-Start. Bei Raspberry-Pi-Projekten lohnt die Frage, ob 4 oder 8 GB reichen.
Deep Dive: Linux 7.4 und die Pflege der Paketquellen
Linux 7.4-rc1: knapp 20.000 Commits im Merge Window
Linus Torvalds hat am 1. November Linux 7.4-rc1 freigegeben. Laut Phoronix war das Merge Window mit fast 20.000 Commits statt der üblichen rund 15.000 das größte der Geschichte. Eine zweite Auswertung zählt 19.671 Commits und stellt sie neben 16.267 bei Linux 7.3 und 14.395 bei 7.2. Torvalds schreibt in der Ankündigung, er sei froh, dass der Strom KI-getriebener Arbeit ins Merge Window fließt statt als Korrekturflut in die Stabilisierungsphase. Dazu komme, dass viele 7.4 als nächsten LTS-Kernel erwarten, und ein Drittel des Diffs bestehe aus AMD-GPU-Registerdateien. Phoronix rechnet mit dem Release am 20. Dezember. Zu den Neuerungen zählen laut Phoronix AMD PerfOpt für Radeon-iGPUs (für KI-Last), optional gepuffertes IOmap für ext4 und HDMI 2.1 in amdgpu als Standard. Status: gemeldet, beide Texte stammen von einem Autor; die Zitate aus der Ankündigung haben wir bei Phoronix gelesen, nicht im Original auf der Kernel-Liste.
Ubuntu trennt Firmware für GA- und HWE-Kernel
Canonical will laut linuxnews.de das Firmware-Paket aufteilen. Auslöser waren nach den Worten von Canonical-Entwickler Juerg Haefliger auf der Ubuntu-Mailingliste zwei Regressionen auf AMD-Hardware, die Firmware-Backports für den HWE-Kernel 7.0 unter Ubuntu 24.04 LTS mit dem älteren GA-Kernel verursachten. Künftig soll das Metapaket linux-firmware-hwe die zum HWE-Kernel passende Firmware liefern, wer beim GA-Kernel bleibt, behält die bisherige. Status: gemeldet; die Mailingliste selbst haben wir nicht gelesen.
APT 3.3.5: schnellerer Solver, Signed-By ohne Fingerabdruck
APT 3.3.5 löst Abhängigkeiten laut linuxnews.de unter Berufung auf den Changelog 10 bis 20 Prozent schneller und erzeugt 65 Prozent weniger Seitenfehler; Download und Installation sind davon nicht betroffen. Wichtiger für den Betrieb: Signed-By mit Schlüssel-Fingerabdruck gilt jetzt als veraltet, vorgesehen sind Verweise auf Schlüsselbund-Dateien. Quellen mit eigenen Schlüsseldateien ändern sich nicht. Status: gemeldet, Herstellerangabe (Changelog) zu den Prozentwerten.
Bewertung: Das Merge Window sagt etwas über die Kernel-Entwicklung, aber nichts über die Stabilität von 7.4; die zeigt sich in den -rc-Wochen. Für den Betrieb sind die zwei kleinen Meldungen wichtiger. Auf Ubuntu-LTS-Servern prüft uname -r, ob der GA- oder der HWE-Kernel läuft. In den Paketquellen zeigt grep -r "Signed-By" /etc/apt/, ob ein Eintrag noch einen Fingerabdruck statt einer Schlüsseldatei nennt.
Deep Dive: Smart Home im Betrieb
Zigbee2MQTT: 32-Bit-Support endet im April 2027
Mit Version 2.14.3 hat Zigbee2MQTT das Ende der 32-Bit-Unterstützung angekündigt. Laut dem Hinweis im Projekt endet sie, wenn Node.js 22 im April 2027 sein Support-Ende erreicht; dann ist Node.js 24 Pflicht, und das bietet keine offiziellen 32-Bit-Builds. Das gilt für alle Installationsarten, die 32-Bit-Docker-Images (darunter linux/386 und linux/arm/v6) laufen aus. Ob ein System betroffen ist, zeigt dpkg --print-architecture: amd64 oder arm64 sind in Ordnung, armhf ist 32 Bit. Betroffen sind Raspberry Pi 1, Zero und Zero W sowie Pi 3 oder Zero 2 W mit 32-Bit-Betriebssystem. SmarthomeAssistent ergänzt, dass die Version 60 neue Geräte bringt und Home Assistant OS seit Version 17.0 nur noch 64 Bit liefert; das zweite haben wir nicht gegengeprüft. Wer umzieht, sichert das Datenverzeichnis und behält den Zigbee-Stick, dann entfällt laut dem Artikel meist das erneute Anlernen der Geräte. Status: verifiziert (Projekt und unabhängiger Bericht).
Sonoff TRV Gen2: günstig, mit Überschwingen
Heise Bestenlisten hat das Zigbee-Thermostat (TRV-ZBT) am 1. November getestet. Es funktioniert ohne Gateway per Bluetooth über die eWeLink-App oder per Zigbee, im Test mit Zigbee2MQTT. Im 4-m²-Bad mit Handtuchheizung stieg die Temperatur bei einem Sollwert von 26 °C auf fast 28 °C. Mit einem externen Sensor und der Offset-Methode in Home Assistant blieb das Überschwingen aus. Die Fenster-offen-Erkennung (laut Hersteller 1,5 °C Abfall in 4,5 Minuten) sprach im Test auf ein Kühlpack an, im gut gedämmten Raum erreicht der interne Fühler die Schwelle beim Lüften nach Einschätzung des Tests aber nicht. Der Preis liegt laut Test ab etwa 35 Euro (Aqara W600 43, Danfoss Ally 61). Die Batterielaufzeit ist nach einer Woche nicht beurteilbar. Status: gemeldet, ein einzelner Test.
evcc und Matter-Zubehör
Dazu zwei Punkte, die wir im Digest führen: evcc 0.318.2 korrigiert das Überschreiben der Notstromreserve bei FoxESS H3, und Sonoff bringt einen Matter-Präsenzsensor für 24,90 Euro.
Bewertung: Beim Thermostat entscheidet die Regelung über den Nutzen: Ein günstiges Ventil mit externem Sensor schlägt ein teures, das nur sich selbst misst. Bei Zigbee2MQTT bleibt Zeit bis April 2027, aber ein Pi 3 mit 32-Bit-System braucht ein neues Image statt eines Updates.
Digest: Weitere wichtige Nachrichten
Kennzeichnung am Zeilenende: verifiziert (zwei Quellen gelesen), gemeldet (eine Quelle gelesen), Herstellerangabe (Zahl stammt vom Anbieter).
Sicherheit
- CVE-2026-98432: Claude-Exploit für Linux-Kernel-Lücke Ein Use-after-free im IPv4-TCP-Aufbau (CVSS 9,8 laut Kernel-Team), seit Anfang Oktober im Kernel korrigiert. Anthropic zeigte am 27. Oktober einen Root-Exploit gegen Server mit MPTCP, der von einem unveröffentlichten Forschungsmodell stammt und rund 53 Minuten brauchte. CSO Online bestätigt Eckdaten. Exploit-Code und Kernel-Version hat Anthropic nicht veröffentlicht. In der CISA-KEV-Liste (Stand 30.10.) steht die Lücke nicht. Prüfen: Kernel-Update der Distribution einspielen, und mit
sysctl net.mptcp.enabledsehen, ob MPTCP aktiv ist; ob ein Server ohne MPTCP ebenso angreifbar wäre, ist offen. | verifiziert - Angriffe auf Ivanti Connect Secure, Drupal Commerce und Synology DSM Bei Ivanti verketten Angreifer seit Anfang Oktober drei Lücken (CVE-2026-104935, CVE-2026-111357, CVE-2026-118527); alle drei stehen laut Katalog in der CISA-KEV-Liste. Drupal Commerce Core braucht 3.3.13 oder 8.x-2.41. Bei Synology warnt der Hersteller vor Ransomware gegen DSM-Versionen ohne die Korrekturen vom Dezember 2024. | gemeldet (KEV-Einträge selbst geprüft)
- Claude-Code-Erweiterung im Cursor-Marktplatz mit Backdoor Version 2.1.313 von "Claude Code for VS Code" enthielt eine SSH-Hintertür und war laut Cursor am Donnerstag von 10:27 bis 21:35 Uhr online, laut Reuters sind bis zu 5.000 Nutzer betroffen. Ein Logikfehler verhinderte meist die SSH-Aktivierung, die Malware legte aber SSH-Schlüssel ab und blieb dauerhaft. Sauber ist ab 2.1.314. | gemeldet
Hardware
- Intel Q3: 16,5 Milliarden Dollar Umsatz, Aktie fällt um ein Viertel Gewinn minus 18 Prozent auf 3,3 Milliarden, Ausblick 15 bis 16 Milliarden für das vierte Quartal, Engpässe bei Fertigung und Gehäusesubstraten. Siehe oben. | verifiziert
- Fritz! garantiert mindestens sechs Jahre Updates Eine neue Seite zeigt je Gerät das Datum "Updates verfügbar bis mindestens". Maßgeblich ist der Marktstart des Geräts; zugesagt ist eine Mindestdauer. | gemeldet
KI und Entwicklung
- Windows 11: Agenten-Suche steuert den PC Die Insider-Build 26340.9843 im Experimental-Kanal bringt Inline-Aktionen (Lautstärke, Helligkeit, Mauszeigergröße per Suchzeile) und Phone Actions für Android. | gemeldet
Software-Releases
- Rufus 4.16 Beta umgeht AMI-NTFS-Fehler Der NTFS-Treiber von AMI in UEFI-Firmware liest Daten falsch, die optionale UEFI-Medienprüfung von Rufus meldet dann beschädigte Dateien. Rufus umgeht das. Die Zahl "Millionen betroffener PCs" ist Entwicklerangabe ohne Beleg. | gemeldet
Smart Home
- evcc 0.318.2 Die FoxESS-H3-Pro/Smart-Vorlage überschrieb beim Wechsel in den Normalbetrieb die eingestellte Notstromreserve; das Update schreibt die EPS-Einstellung nicht mehr. Erschienen am 1. November. | gemeldet
- Homebridge 2.5.0 Matter-Gerätetypen für Solar, Speicher, Wallboxen, Zähler und Warmwasser; ob sie ankommen, hängt vom Plugin und der Plattform ab. | gemeldet
- Sonoff SenseGuard Presence Core 24G Matter-over-WLAN-Präsenzsensor mit 24-GHz-Radar und lokaler Weboberfläche für 24,90 Euro, Reichweite bis vier Meter laut Hersteller. | Herstellerangabe
Aus dem Blog
Diese Woche erschienen:
- Adobe-Klone im Redaktionstest: was c't 3003 fand und was Cisco plant
- Nachbau statt Lizenz: Was 84 Tage Decompilation über Softwarekosten sagen
- REA: 83.000 GitHub-Sterne in 44 Stunden, nachgemessen
- Windows Update: zwei Zertifikate laufen 2027 aus, Server 2019 zuerst
- Patch-Management ohne SCCM: Updates im KMU-Alltag
- Komodo-MCP, ANAS, Changerawr: drei Wochenend-Projekte von innen gelesen
- Bestes Kamera-Handy im Juli 2026: fünf Flaggschiffe im Datenvergleich
- USB-C-Monitore für den Mac mini M4: vier flache 32-Zöller im Datenblattvergleich
Quellen dieser Ausgabe
- Deep Dive Lokale KI-Hardware: ServeTheHome zur AI Box-A395, Raspberry Pi, Preisanpassung, Phoronix zu Raspberry Pi, heise zu Altman, ComputerBase zu Altman, heise zu Intel, ServeTheHome zu Intel
- Deep Dive Linux 7.4: Phoronix, 7.4-rc1, Phoronix, Merge Window, linuxnews.de zu Ubuntu-Firmware, linuxnews.de zu APT 3.3.5
- Deep Dive Smart Home: Zigbee2MQTT, Hinweis zu 32 Bit, Zigbee2MQTT 2.14.3, SmarthomeAssistent zu Zigbee2MQTT, heise Bestenlisten zum Sonoff TRV Gen2
- Digest: linuxnews.de zu CVE-2026-98432, CSO Online, CISA, KEV-Katalog, heise zu Ivanti, Drupal, Synology, heise zu Cursor, ComputerBase zu Fritz!, ComputerBase zu Windows 11, ComputerBase zu Rufus, SmarthomeAssistent zu evcc, SmarthomeAssistent zu Homebridge, SmarthomeAssistent zu Sonoff SenseGuard
- Logos (CC0): Simple Icons, AMD, Simple Icons, Linux, Simple Icons, Home Assistant
Zusammengestellt am Montag, 02.11.2026. Quellen: siehe oben. Was danach dazukommt, steht in der nächsten Ausgabe.
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