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Storage2025-10-14· von Mag. (FH) Franz Senn

Storage-Reise, Teil 3: Angekommen bei DRBD & LINSTOR

Nach Ceph (Teil 1) und Vitastor (Teil 2) sind wir bei DRBD und LINSTOR angekommen — und geblieben.

Was DRBD ist

DRBD ist eine shared-nothing, replizierte Storage-Lösung: Sie spiegelt den Inhalt von Block-Devices in Echtzeit zwischen Hosts. Technisch sitzt DRBD als Kernel-Modul ganz unten im I/O-Stack — direkt über dem Backing-Device, transparent für die darüberliegenden Schichten.

  • Echtzeit & synchron: Schreibvorgänge gelten erst als abgeschlossen, wenn sie auf allen verbundenen Knoten liegen (synchroner Modus) — oder lokal, bei asynchroner Replikation über Distanz.
  • Shared-nothing: kein zentrales SAN, kein Single Point of Failure.
  • Quorum & Split-Brain-Handling: DRBD bringt ein eigenes Quorum mit (typischerweise drei Repliken oder ein Diskless-Tiebreaker), das genau die klassischen HA-Fallen entschärft.
Node AprimaryNode Breplicasynchron
DRBD: Block-Replikation zwischen Knoten — shared-nothing, kein zentrales SAN

LINSTOR als Orchestrierung

Einzelne DRBD-Ressourcen von Hand zu pflegen skaliert nicht. LINSTOR verwaltet die Volumes clusterweit, und das LINSTOR-Proxmox-Plugin bindet das Ganze direkt in Proxmox ein:

drbd: drbdstorage
    resourcegroup defaultpool
    content images,rootdir
    controller 10.11.12.13

Damit lassen sich aktive VMs in Sekunden live migrieren — ohne Downtime und ohne zentrales SAN. Über Resource-Groups wird die Replikat-Anzahl zentral gesetzt. In Kombination mit einem Proxmox-HA-Cluster ergibt das eine vollwertige, SAN-freie HA-Plattform.

Betriebs-Tipp

Wenn LVM, DRBD und LINSTOR zusammenspielen, gehört der global_filter in die lvm.conf:

global_filter = [ "r|^/dev/drbd|", "r|^/dev/mapper/[lL]instor|" ]

Sonst drohen hohe CPU-Last oder hängende LVM-Operationen, weil LVM die DRBD-Devices mitscannt.

Warum es bleibt

DRBD/LINSTOR verbindet für uns das Beste: niedrige Latenz auf eigener Hardware, echte Hochverfügbarkeit, saubere Proxmox-Integration und einen kommerziellen Support-Pfad über LINBIT. Genau diese Mischung suchten wir nach der Reise durch Ceph und Vitastor.

FAQ
Gibt es für DRBD und LINSTOR kommerziellen Support?+

Ja. Über LINBIT gibt es einen kommerziellen Support-Pfad — genau diese Mischung hat uns nach der Reise durch Ceph und Vitastor überzeugt: niedrige Latenz auf eigener Hardware, echte Hochverfügbarkeit, saubere Proxmox-Integration und ein Ansprechpartner im Ernstfall. Für produktive Kundendaten war der Support-Pfad ein entscheidendes Kriterium gegenüber jüngeren Alternativen.

Wie geht DRBD mit Split-Brain um?+

DRBD bringt ein eigenes Quorum mit, typischerweise drei Repliken oder einen Diskless-Tiebreaker, das genau die klassischen HA-Fallen entschärft. Im synchronen Modus gilt ein Schreibvorgang erst als abgeschlossen, wenn er auf allen verbundenen Knoten liegt. Über Distanz ist auch asynchrone Replikation möglich, bei der lokal bestätigt wird.

Gibt es beim Betrieb mit LVM eine typische Falle?+

Ja. Wenn LVM, DRBD und LINSTOR zusammenspielen, gehört ein global_filter in die lvm.conf, der die drbd- und Linstor-Devices vom Scannen ausschliesst. Sonst drohen hohe CPU-Last oder hängende LVM-Operationen. Ist das eingerichtet, lassen sich aktive VMs über das LINSTOR-Proxmox-Plugin in Sekunden live migrieren — ohne Downtime und ohne zentrales SAN.