Storage-Reise, Teil 3: Angekommen bei DRBD & LINSTOR
Nach Ceph (Teil 1) und Vitastor (Teil 2) sind wir bei DRBD und LINSTOR angekommen — und geblieben.
Was DRBD ist
DRBD ist eine shared-nothing, replizierte Storage-Lösung: Sie spiegelt den Inhalt von Block-Devices in Echtzeit zwischen Hosts. Technisch sitzt DRBD als Kernel-Modul ganz unten im I/O-Stack — direkt über dem Backing-Device, transparent für die darüberliegenden Schichten.
- Echtzeit & synchron: Schreibvorgänge gelten erst als abgeschlossen, wenn sie auf allen verbundenen Knoten liegen (synchroner Modus) — oder lokal, bei asynchroner Replikation über Distanz.
- Shared-nothing: kein zentrales SAN, kein Single Point of Failure.
- Quorum & Split-Brain-Handling: definierte Strategien gegen die klassischen HA-Fallen.
LINSTOR als Orchestrierung
Einzelne DRBD-Ressourcen von Hand zu pflegen skaliert nicht. LINSTOR verwaltet die Volumes clusterweit, und das LINSTOR-Proxmox-Plugin bindet das Ganze direkt in Proxmox ein:
drbd: drbdstorage
resourcegroup defaultpool
content images,rootdir
controller 10.11.12.13
Damit lassen sich aktive VMs in Sekunden live migrieren — ohne Downtime und ohne zentrales SAN. Über Resource-Groups wird die Replikat-Anzahl zentral gesetzt.
Betriebs-Tipp
Wenn LVM, DRBD und LINSTOR zusammenspielen, gehört der global_filter in die lvm.conf:
global_filter = [ "r|^/dev/drbd|", "r|^/dev/mapper/[lL]instor|" ]
Sonst drohen hohe CPU-Last oder hängende LVM-Operationen, weil LVM die DRBD-Devices mitscannt.
Warum es bleibt
DRBD/LINSTOR verbindet für uns das Beste: niedrige Latenz auf eigener Hardware, echte Hochverfügbarkeit, saubere Proxmox-Integration und einen kommerziellen Support-Pfad über LINBIT. Genau diese Mischung suchten wir nach der Reise durch Ceph und Vitastor.