KI-Radar: Meta Llama 4 — multimodal, offen, mit Kleingedrucktem
Kein offenes Ökosystem ist breiter im Einsatz als Llama. Mit der vierten Generation wechselt Meta auf Mixture-of-Experts und macht die Modelle von Grund auf multimodal — ein deutlicher Sprung, aber nicht ohne Kleingedrucktes.
Die Herde im Überblick
- Llama 4 Scout: 17 Mrd. aktive Parameter bei 16 Experten, passt auf eine einzelne H100 und bringt ein außergewöhnlich großes Kontextfenster mit.
- Llama 4 Maverick: ebenfalls 17 Mrd. aktive Parameter, aber 128 Experten — der Allrounder, der mit deutlich größeren proprietären Modellen mithält.
- Llama 4 Behemoth: mit 288 Mrd. aktiven Parametern Metas bislang stärkstes Modell, noch im Training und als Lehrer für die kleineren Varianten gedacht.
- Nativ multimodal: Text und Bild werden gemeinsam verarbeitet, nicht nachträglich angeflanscht.
Der Vorbehalt
Llama ist quelloffen verfügbar, aber nicht im klassischen Open-Source-Sinn: Es gilt eine Community-Lizenz mit Einschränkungen — etwa für sehr große Anbieter und in der Nutzungsordnung. Für europäische Firmen kommt hinzu, dass Meta die multimodalen Funktionen zeitweise mit regionalen Auflagen versehen hat. Wer Llama 4 produktiv einsetzt, sollte die Lizenz also genauso prüfen wie das Modell.
Unsere Sicht
Dass Scout auf eine einzige H100 passt, macht ernsthafte offene KI für den Mittelstand zugänglich — das ist die gute Nachricht. Die Lizenz ist der Preis dafür: leistbar, aber lesepflichtig. Wir bewerten Modelle nach Aufgabe — und bei Llama gehört das Kleingedruckte mit zur Aufgabe.