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Kalenderwoche 2026-W322026-08-09

IT-News KW32/2026: $70M Bitcoin-Diebstahl via Firmware-PRNG, Hotel-WLAN als Spionagewaffe, macOS-Supply-Chain-Malware

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Diese Woche dominierten Supply-Chain- und Firmware-Angriffe die Schlagzeilen: Ein fünf Jahre alter PRNG-Fehler in Coldcard-Wallets führte zum Diebstahl von über $70 Millionen in Bitcoin, russische Staats-Hacker kaperten Hotel-WLANs für gezielte Überwachung, und eine macOS-Malware verbreitet sich über vergiftete Xcode-Projekte. Dazu ein CVSS-10.0-Loch in Adobe Campaign Classic und ein Adform-Skript, das Krypto-Wallet-Adressen in Echtzeit austauscht.

Coldcard: vom Firmware-Fehler zum 70-Millionen-DiebstahlPRNG-Fehlerseit 2021 latentVorhersagbare SeedsdeterministischAbleitungfremde SchlüsselAbflussüber 70 Mio. USD
Der Fehler lag fünf Jahre unbemerkt in der Firmware — gestohlen wurde in 41 Minuten. (Quelle: The Hacker News zum Coldcard-Vorfall)

Deep Dive: Coldcard Hardware Wallet — $70M+ Bitcoin-Diebstahl

Firmware-PRNG-Fehler ermöglichte deterministische Seed-Generierung

Ein März-2021-Firmwarefehler in Coldcard-Hardware-Wallets leitete die Seed-Generierung an einen deterministischen Software-PRNG statt an den STM32-Hardware-Zufallsgenerator weiter. Angreifer nutzten dies am 30. Juli aus und leerten innerhalb von 41 Minuten 1.196 Adressen — gestohlen wurden rund $70 Mio. in BTC, später auf $88,6 Mio. über 4.585 Adressen beziffert. Coinkite veröffentlichte am 31. Juli eine Notfall-Firmware, doch bestehende Seeds bleiben kompromittiert. The Hacker News

Bewertung: Firmware-Ebene RNG-Fehler sind katastrophal — sie untergraben die gesamte Vertrauensbasis von Hardware-Wallets. Alle Coldcard-Besitzer sollten ihre Seeds sofort mit aktualisierter Firmware neu generieren. Wer seinen Seed seit 2021 nicht rotiert hat, muss von einer Kompromittierung ausgehen.


Deep Dive: Midnight Blizzard kapert Hotel-WLAN → Überwachungsmalware (CaptiveCrunch)

Storm-2945 manipuliert Captive-Portale für gezielte Reisenden-Überwachung

Storm-2945, ein Sub-Cluster von APT29/Midnight Blizzard (Russlands SVR), kompromittierte Captive-Portal-Gateways in Hotels und manipulierte DNS-Antworten. Reisende wurden auf gefälschte Browser-Update-Seiten umgeleitet, die CornFlake RAT lieferten — mit Webcam-/Mikrofon-Aufnahme, Keylogging und Cookie-Diebstahl. Zusätzlich wird der Device-Code-Authentifizierungsflow für MFA-Bypass missbraucht. Die Kampagne ist seit Mai in mehreren Ländern aktiv. The Hacker News

Bewertung: Hotel-WLAN ist ein unterschätzter Angriffsvektor für Geschäftsreisende. VPN auf öffentlichen Netzwerken ist Pflicht — und Device-Code-Authentifizierung dort deaktivieren, wo sie nicht zwingend benötigt wird.


Deep Dive: XCSSET v40 — macOS-Supply-Chain-Malware zielt auf Entwickler

Vergiftete Xcode-Projekte auf GitHub als Angriffsvektor

XCSSET v40 verbreitet sich über manipulierte Xcode-Projekte auf GitHub. Die Malware umfasst 17 Module, darunter einen Chrome-DevTools-Protocol-Hijack-Backdoor und einen Telegram-Desktop-Trojanizer. Polymorphe Payloads, fileless Persistence via macOS-Defaults und Deaktivierung von XProtect/Telemetry machen Erkennung schwierig. Primäres Ziel: Entwickler in Südasien. Unit 42

Bewertung: Entwickler bleiben Hauptziele für Supply-Chain-Angriffe. Xcode-Projekte aus öffentlichen Repositories sollten nie ungeprüft verwendet werden — und CI/CD-Pipelines müssen verdächtige Build-Artefakte erkennen.


Deep Dive: Adobe Campaign Classic CVSS 10.0 — RCE ohne Nutzerinteraktion

Zwei kritische Schwachstellen, eine mit maximalem Score

CVE-2026-48449 (CVSS 10.0) ermöglicht arbitrary Code Execution ohne jede Nutzerinteraktion. CVE-2026-48448 (CVSS 8.6) erlaubt SQL-Injection mit nachfolgendem Lesen beliebiger Dateien. Beide Schwachstellen wurden in ACC v7.4.3 Build 9398 gepatcht. The Hacker News

Bewertung: CVSS 10.0 ohne Nutzerinteraktion — das ist der worst-case-Score. Wer Adobe Campaign Classic betreibt, muss sofort patchen. Keine Ausreden, kein Aufschieben.


Deep Dive: Adform Supply-Chain-Angriff — Krypto-Wallet-Adressen live ausgetauscht

Browser-seitiges Skript manipuliert Wallet-Adressen in Echtzeit

Angreifer modifizierten am 27. Juli eine JavaScript-Datei des Ad-Tech-Unternehmens Adform und schufen ein browser-seitiges Tool, das Bitcoin-, Ethereum- und Tron-Wallet-Adressen in Echtzeit umschreibt — einschließlich Formular-Eingaben, nicht nur der Zwischenablage. Betroffen ist jeder, der eine Website mit dem manipulierten Skript besuchte. The Hacker News

Bewertung: Supply-Chain-Angriffe über Ad-Netzwerke erreichen Millionen Nutzer gleichzeitig. Wallet-Adressen immer manuell verifizieren — Copy-Paste allein schützt nicht mehr, wenn das DOM selbst manipuliert wird.


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Zusammengestellt am 9. August 2026. Quellen: The Hacker News, heise.de, Ars Technica, Unit 42 (Palo Alto Networks).