senn-techsenn-tech
Zurück zum Blog
Infrastruktur2026-07-07

Mailserver self-hosted: Stalwart & Axigen vs. Exchange

Exchange ist jahrzehntelang gewachsen — und das merkt man. Ein moderner Mailstack braucht weniger und kann mehr. Wir haben Stalwart und Axigen im Einsatz und vergleichen ehrlich.

Exchange: Wann noch sinnvoll?

Wenn das Unternehmen tief in M365 steckt und Outlook/MAPI-Kalenderintegration nicht verhandelbar ist, führt an Exchange kaum ein Weg vorbei. In allen anderen Szenarien ist Exchange ein übergewichtiges System mit aufwendiger Wartung, CU-Patches und CAL-Lizenzierung.

Stalwart: Rust-basierter Newcomer

Stalwart Mail Server ist in Rust geschrieben, bringt JMAP zusätzlich zu IMAP und SMTP und läuft als einzelnes Binary. Das ist keine futuristische Spielerei mehr — Stalwart ist produktionsreif.

stalwart-mail --config /etc/stalwart/config.toml

JMAP ist der entscheidende Vorteil: ein modernes, JSON-basiertes Protokoll, das IMAPs Limitationen hinter sich lässt. Push, kein Polling. Strukturierte Daten statt Header-Parsing.

Axigen: Der Alleskönner

Axigen bringt Groupware-Funktionen, die an Exchange erinnern: Kalender, Kontakte, Aufgaben — alles über ActiveSync, CalDAV, CardDAV. Die Administration ist webbasiert und aufgeräumt. Axigen läuft seit Jahren stabil, das Lizenzmodell ist transparent.

Die Rechnung

Exchange-M365-Kosten summieren sich pro Postfach und Monat. Ein eigener Mailserver mit Stalwart oder Axigen amortisiert sich bei mittleren Installationen innerhalb eines Jahres. Hinzu kommt die Datenhoheit: Mails verlassen das Haus nicht.

Unser Setup

Wir kombinieren Stalwart (SMTP/IMAP) mit NoSpamProxy als Mail-Gateway davor. Das ergibt einen sauberen, wartbaren Stack mit voller Kontrolle.