Mailserver self-hosted: Stalwart & Axigen vs. Exchange
Exchange ist jahrzehntelang gewachsen — und das merkt man. Ein moderner Mailstack braucht weniger und kann mehr. Wir haben Stalwart und Axigen im Einsatz und vergleichen ehrlich.
Exchange: Wann noch sinnvoll?
Wenn das Unternehmen tief in M365 steckt und Outlook/MAPI-Kalenderintegration nicht verhandelbar ist, führt an Exchange kaum ein Weg vorbei. In allen anderen Szenarien ist Exchange ein übergewichtiges System mit aufwendiger Wartung, CU-Patches und CAL-Lizenzierung.
Stalwart: Rust-basierter Newcomer
Stalwart Mail Server ist in Rust geschrieben, bringt JMAP zusätzlich zu IMAP und SMTP und läuft als einzelnes Binary. Das ist keine futuristische Spielerei mehr — Stalwart ist produktionsreif.
stalwart-mail --config /etc/stalwart/config.toml
JMAP ist der entscheidende Vorteil: ein modernes, JSON-basiertes Protokoll, das IMAPs Limitationen hinter sich lässt. Push, kein Polling. Strukturierte Daten statt Header-Parsing.
Axigen: Der Alleskönner
Axigen bringt Groupware-Funktionen, die an Exchange erinnern: Kalender, Kontakte, Aufgaben — alles über ActiveSync, CalDAV, CardDAV. Die Administration ist webbasiert und aufgeräumt. Axigen läuft seit Jahren stabil, das Lizenzmodell ist transparent.
Die Rechnung
Exchange-M365-Kosten summieren sich pro Postfach und Monat. Ein eigener Mailserver mit Stalwart oder Axigen amortisiert sich bei mittleren Installationen innerhalb eines Jahres. Hinzu kommt die Datenhoheit: Mails verlassen das Haus nicht.
Unser Setup
Wir kombinieren Stalwart (SMTP/IMAP) mit NoSpamProxy als Mail-Gateway davor. Das ergibt einen sauberen, wartbaren Stack mit voller Kontrolle.