Winline ERP im Eigenbetrieb: Warum wir die Kernsoftware nicht in die Cloud geben
Das ERP ist der Maschinenraum. Jede Buchung, jeder Kunde, jede Rechnung läuft hier durch. Diese Daten gehören nicht in eine fremde Cloud — sie gehören auf einen Server, dessen Platten Sie im Zweifel physisch anfassen können.
Warum Winline?
Winline ist ein ERP aus dem Mittelstand für den Mittelstand — kein SAP, keine Dynamics-Überkomplexität. Es deckt Fibu, Warenwirtschaft, Lohn, CRM und Branchenmodule ab und läuft mit einem Microsoft-SQL-Server als Datenbank-Backend.
Der entscheidende Vorteil: Die Datenbank ist offen. Sie können direkt per SQL darauf zugreifen, eigene Auswertungen bauen, Integrationen schreiben — ohne durch eine API-Schicht zu müssen, die jemand anderes designed hat.
Eigenbetrieb: Die Datenbank gehört Ihnen
Winline on-prem bedeutet: SQL Server Express oder Standard Edition auf einer VM im eigenen Proxmox-Cluster. Das Backup läuft über die gleiche Infrastruktur wie alle anderen Datenbanken — ZFS-Snapshots, Proxmox Backup Server, Offsite-Sync auf Hetzner Storage-Box.
Kein Cloud-Anbieter hat Zugriff. Kein SaaS-Provider kann den Zugang abschalten. Keine monatlichen User-Gebühren.
Integrationen: Was wir angebunden haben
- MCP-Server: Lesezugriff für Coding-Agenten — Kundenstamm, offene Posten, Artikel — damit generierter Code auf echten Strukturen basiert
- Metabase: Dashboards direkt auf den Winline-Daten — Umsatz pro Region, offene Rechnungen, Lagerumschlag
- n8n: Workflows für Rechnungseingang, Statusmeldungen an Kunden, Eskalation bei überfälligen Posten
- Papierkram-Anbindung: PDF-Eingangsrechnungen via OCR in die Fibu — dazu ein eigener Artikel
Customizing: Die unterschätzte Stärke
Das Winline-Datenmodell ist dokumentiert. Custom-Felder, eigene Tabellen, Stored Procedures — alles möglich, ohne dass der Hersteller mitspielen muss. Wo andere ERPs eine teure Customizing-Schleife beim Anbieter erfordern, reicht bei Winline oft ein SQL-Script und ein Button im Formular.
Die Grenzen
Winline ist kein Beauty-Contest-Gewinner. Die Oberfläche ist funktional, nicht modern. Das Lizenzmodell ist nicht Open Source. Und: Es läuft unter Windows — SQL Server auf Linux hin oder her, der Winline-Client und die Middleware wollen Windows.
Fazit
Ein ERP on-prem ist kein Rückschritt, sondern ein Bekenntnis zur Souveränität über die eigenen Kerndaten. Winline liefert dafür das offene Datenmodell und die SQL-Basis, ohne die Komplexität der Grosssysteme. Für den Mittelstand ist das genau richtig.