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Strategie2027-10-05

Dokumentation-as-Code: Wiki.js, BookStack oder Markdown im Git?

Dokumentation ist das erste, was im Stress liegenbleibt. Und das erste, dessen Fehlen man bereut, wenn ein System um drei Uhr früh ausfällt und niemand mehr weiss, wie es konfiguriert war. Die Lösung ist nicht mehr Disziplin, sondern weniger Hürde.

Warum Markdown im Git gewinnt

Wiki.js und BookStack sind gut — aber sie sind ein weiteres System mit eigenem Login, eigener Oberfläche, eigenem Backup. Markdown im Git ist kein weiteres System. Es ist ein Ordner docs/ im bestehenden Repo, das jeder im Team schon offen hat.

docs/
  netzwerk/
    vlans.md
    wireguard.md
  server/
    proxmox-cluster.md
    backup-strategie.md
  software/
    winline-integration.md
    mcp-server.md

Der Agent — Claude Code, Codex — kennt diesen Ordner. Er kann daraus lesen, wenn er Code für ein System schreibt, und er kann seine Änderungen darin dokumentieren. Ein CLAUDE.md-Regel „document changes in docs/" reicht.

Wiki.js: Wenn die Weboberfläche sein muss

Manche Teams wollen ein Wiki mit Rich-Text-Editor, Suchfunktion, Versionierung und Rechteverwaltung. Wiki.js liefert das, inklusive Markdown-Import und Git-Synchronisation.

BookStack ist die Alternative mit hierarchischer Struktur (Regale → Bücher → Kapitel → Seiten), die sich für strukturierte Wissensdatenbanken besser eignet als ein flaches Wiki.

Beide laufen als Docker-Container, beide können hinter dem Reverse Proxy stehen, beide können SSO via Keycloak.

Was dokumentiert werden muss

Die Liste ist kurz und pragmatisch:

  • Architekturentscheidungen: Warum Proxmox, warum Ceph, warum Caddy — nicht was, sondern warum
  • Konfigurationsbesonderheiten: Abweichungen vom Default, die in fünf Jahren keiner mehr errät
  • Wiederherstellungsprozeduren: Backup-Zurückspielen, Cluster-Wiederherstellung, Disaster-Recovery
  • Zugänge und Verantwortlichkeiten: Wer hat welche Schlüssel, wo liegen sie?

Nicht dokumentiert werden muss: Alles, was im Code steht. Alles, was automatisch aus den Systemen abfragbar ist. Alles, was nach einem Jahr irrelevant ist.

NIS2-Relevanz

NIS2 verlangt dokumentierte Sicherheitsmassnahmen. Markdown im Git, versioniert und mit Änderungshistorie, ist dafür ein valider und auditierbarer Nachweis.

Fazit

Dokumentation-as-Code ist die niedrigste Hürde, die es gibt. Markdown im Git, vom Agenten mitgeschrieben, von Menschen geprüft. Wer mehr Struktur braucht, nimmt Wiki.js oder BookStack dazu — aber die Basis bleibt das Textformat, das jeder lesen kann.